Kein Boden für weissen Spargel

GOSSAU. Im Rheintal werden die ersten Schweizer Spargeln gestochen. Im Raum Gossau–St. Gallen–Rorschach ist das edle Gemüse hingegen kaum zu finden. Eine Ausnahme bildet der Hofstadl, der aber mehrheitlich auf grünen Spargel setzt.

Johannes Wey
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Christoph Koch baut auf seinem Hofstadl in Gossau seit über zehn Jahren Spargeln an. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Christoph Koch baut auf seinem Hofstadl in Gossau seit über zehn Jahren Spargeln an. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Die Reise des Spargels auf hiesige Teller wird immer kürzer. Vor ein paar Wochen wurde das Edelgemüse noch aus Lateinamerika importiert, mittlerweile stehen auf den Herkunfts-Hinweisen schon Schweizer Nachbarländer. Und vereinzelt gibt es schon Ostschweizer Spargel, vor allem aus dem Rheintal. Die Hauptsaison steht kurz bevor (siehe Kasten).

Kunden auf den Hof locken

Das Rheintal ist als Spargel-Anbaugebiet prädestiniert, sagt Hofstadl-Inhaber Christoph Koch, einer von ganz wenigen Spargelproduzenten im Raum Gossau–St. Gallen–Rorschach. Das milde Klima wegen geringer Höhe und die sandigen Schwemmböden im Rheintal seien insbesondere für den weissen Spargel ideal. Der grüne hingegen ist unkomplizierter und kann durchaus auch im heimischen Garten gepflanzt werden. Die tieferen Ansprüche sind mit ein Grund, weshalb Koch kaum noch weissen Spargel anbaut und vor allem auf den grünen setzt. «Ich habe festgestellt, dass beispielsweise junge Familien vor allem diesen kaufen», sagt Koch. Und dieses Angebot ziehe nach dem «Winterschlaf» viele Kunden in den Hofstadl-Laden und bringe somit Frequenzen.

Viele wollen die Felder sehen

Spargel produziert Christoph Koch seit 2004. Für ihn steht dabei allerdings nicht die produzierte Menge im Vordergrund – mit Importen aus Spanien oder Ungarn könnte er preislich ohnehin nicht mithalten. Das Spargelstechen ist auf dem Hofstadl ein Erlebnis, das jeder haben kann. Hunderte von Besuchern seien schon in den ersten Jahren auf den Hof gekommen, um die Felder zu besichtigen oder beim Stechen selber Hand anzulegen. Im Mai gibt es zudem jeweils ein «Spargelfest», bei dem die Delikatesse à discrétion aufgetischt wird.

Noch keine Prognose

Wettermässig verlief der Frühling bislang günstig für den Spargel, sagt Koch. Auf seinen Feldern sei derzeit zwar noch wenig zu sehen. «Wenn die Saison dann losgeht, wächst der Spargel aber zügig.» Trotz günstigem Frühlingswetter will Koch noch keine Prognose über den Verlauf der Saison wagen. Es sei schon oft genug vorgekommen, dass bis Ende April alles gut verlaufen sei und der Mai dann doch noch «einen Strich durch die Rechnung» gemacht habe.