Kehrichtsack wird nicht zum Geldsack

ST.GALLEN. Was auf den ersten Blick als bestechende Idee erscheint, lässt sich aus werbepsychologischen und technischen Gründen nicht realisieren: Der Stadtsanktgaller Kehrichtsack bleibt, was er ist. Er wird nicht als Werbefläche vermarktet. Die Reklame auf dem Sack für die Museumsnacht bleibt eine Ausnahme.

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Kehrichtsäcke als Werbefläche vermarkten? Der Stadtrat ist skeptisch. (Archivbild: Ralph Ribi)

Kehrichtsäcke als Werbefläche vermarkten? Der Stadtrat ist skeptisch. (Archivbild: Ralph Ribi)

St.Gallen. Was auf den ersten Blick als bestechende Idee erscheint, lässt sich aus werbepsychologischen und technischen Gründen nicht realisieren: Der Stadtsanktgaller Kehrichtsack bleibt, was er ist. Er wird nicht als Werbefläche vermarktet. Die Reklame auf dem Sack für die Museumsnacht bleibt eine Ausnahme.

Zusätzliche Einnahmen?

Nach einjährigem Unterbruch fand im September wieder eine Museumsnacht statt. Im Vorfeld wurde dafür mit einem speziell gestalteten Kehrichtsack geworben. Bei CVP-Stadtparlamentarier Martin Würmli regte diese Aktion offensichtlich die Phantasie an: Er reichte im Parlament eine Einfache Anfrage ein, in der er vorschlug, mit dem Verkauf von Werbeflächen auf Kehrichtsäcken diesen zum Geldsack für die Stadtkasse zu machen.

Keine Nachfrage vorhanden

Der Stadtrat verneint jetzt in seiner Antwort, dass dies möglich sei. Bei der Werbewirtschaft sei keine Nachfrage an Flächen auf Abfallsäcken vorhanden. Dies aus psychologischen Gründen, weil Abfall und Abfallsäcke subjektiv als «unsauber» wahrgenommen würden, vermutet der Stadtrat.

Gegen einen Werbesack sprechen auch praktische Gründe: Produktionstechnisch und aufgrund der Lagerhaltung für die Versorgungssicherheit ist es nicht möglich, kurzfristig Werbesujets in Umlauf zu bringen. Und der Gestaltung sind enge Grenzen gesetzt, weil die Belader der Abfuhr die Gebührensäcke rasch und sicher erkennen müssen. (vre)