KBZ übergibt Maturazeugnisse

In zwei Feiern mit Ansprachen und Musik haben am KBZ letzte Woche 111 Kandidatinnen und Kandidaten ihre Maturazeugnisse erhalten.

Claudia Schmid
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117 Kandidatinnen und Kandidaten waren zu den Schlussprüfungen angetreten, 111 haben die Berufsmatura am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum (KBZ) St. Gallen bestanden. In sechs Klassen hatten sich die jungen Frauen und Männer auf die Matura vorbereitet. Die einen absolvierten die Ausbildung in Vollzeit, die anderen berufsbegleitend.

Beobachten und zuhören

KBZ-Rektor Urs Bucheli erzählte an der Feier die Geschichte eines afghanischen Dichters, die von einem Wissenschafter und einem Seemann handelt. «Du hast das halbe Leben verloren, weil du keine gute Ausbildung genossen hast», habe der Wissenschafter zum Seemann gesagt. Und als ein Gewitter aufgezogen sei, habe der Schiffsführer dem Wissenschafter zugerufen, dass er nun seine Ausbildung dazu nützen solle, um sein Leben zu retten, denn das Boot werde sinken. Der Wissenschafter sei ruhig geblieben. «Hast du auch Schwimmen gelernt?», habe der Seemann durch den Sturm gebrüllt. Auf das Nein des Wissenschafters habe er ihm beschieden: «Dann wirst du dein ganzes Leben verlieren.»

Die Maturandinnen und Maturanden hätten eine sehr gute Ausbildung genossen, erklärte der Rektor. Doch wüssten sie mittlerweile sicher auch, dass sie bei weitem noch viel mehr lernen könnten und müssten. «Das Leben wird nicht nur Schulwissen verlangen. In der Seenot muss man auch schwimmen können.» Bildung erhalte man nicht bloss in der Schule. «Allgemeine Bildung kann man täglich erwerben, indem man sich Fremdem öffnet, indem man zuhört, beobachtet oder liest.» Urs Bucheli rief die jungen Leute dazu auf, auf ihrem weiteren Weg als Motivatoren und Vorbilder für den kaufmännischen Berufsnachwuchs zu wirken.

Alles in Ordnung

Adrian Kugler, Lehrer für Geschichte und Deutsch, begrüsste die Maturandinnen und Maturanden mit Worten auf Swahili. «Hakuna matata» bedeute «alles in bester Ordnung», und dieser Ausdruck passe angesichts der erleichterten Gesichter perfekt. Es sei kein Vergleich mehr zum Anblick, den die Lernenden vor acht Wochen geboten hätten, als sie von Prüfungen geknechtet gewesen seien.

In seinem Kurzreferat sprach Kugler die Unmengen an Wissen an, die uns heute zur Verfügung stehen. Dies habe auch dazu geführt, dass im Internet viel Halb- und Viertelwissen abrufbar sei. Wie keine Generation vorher müssten sich die jungen Leute entscheiden, was sie für gut und was für schlecht, was für sinnvoll und was für nutzlos erachteten. Es brauche den Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen.

Zeugnisse übergeben

Beat Schweizer, Lehrgangsleiter Berufsmaturität II, übergab zusammen mit den Klassenlehrkräften die Zeugnisse und ehrte die besten Projektarbeiten. Mit dem Bestehen der Berufsmaturitätsprüfungen beginne ein neuer Lebensabschnitt, sagte er. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Louis de Saint Gall, seiner Tochter Julia Christ und Roxanne Villot.

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