Kaum Angst vor Wirtschaftskrise

Der Euro- und der Dollar-Kurs sinken ins Bodenlose. Die meisten Passanten verfolgen diese Entwicklung mit, haben aber keine Angst vor einer neuen Wirtschaftskrise.

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Sebastian Bischof, 23,

Anlage- und Apparatebauer, St. Gallen

Ich habe die wirtschaftlichen Ereignisse der letzten Wochen aktiv mitverfolgt. Was mir zu denken gibt, ist die Abhängigkeit in allen Bereichen von der Wirtschaft. Angst habe ich am ehesten davor, dass Weltmächte aufgrund dieses wirtschaftlichen Debakels aufeinander losgehen könnten.

Bonita Jud-Glenn, 64, Opernsängerin, St. Gallen

Natürlich verfolge ich die Ereignisse in der Weltwirtschaft mit – vor allem auch jene der USA, denn als Amerikanerin interessiert mich das natürlich sehr. Für mich persönlich ist der tiefe Dollar sehr gut, da ich oft in die USA fliege. Aber für die Wirtschaft ist er eine Katastrophe. Ich wünsche mir, dass die Leute wieder zur Vernunft kommen. Wir müssen anfangen, längerfristig zu denken. Damit es uns auch später gut geht.

Monier Wegmüller, 16, Lehrling, St. Gallen

Ich verfolge die Entwicklungen in der Weltwirtschaft nicht aktiv mit, aber sie geben mir schon zu denken. Es heisst immer wieder, dass in 30 Jahren nichts mehr so sein wird wie jetzt. Aber was genau sein wird, weiss niemand. Momentan ändert sich für mich nicht viel.

Luigi Stomeo, 59, Versicherungsexperte, Teufen

Solange wir den Schweizer Franken haben, habe ich keine Angst. Die Schweizer Händler sollten allerdings anfangen, den Währungsvorteil an ihre Kunden weiterzugeben. Die Probleme der anderen Nationen waren voraussehbar. Denn mit dem Euro hat man versucht, die USA nachzuahmen und mehrere Staaten unter ein Dach zu bringen. Meiner Meinung nach ist das nicht möglich, da die Mentalitäten einfach zu verschieden sind.

Nari Kölbener, 20,

Studentin, Appenzell

Es ist schon unglaublich, dass die Weltmacht Nummer eins am Boden ist. Und jetzt, wo der Dollar so tief ist, sieht es stark danach aus, dass China diese Position übernimmt. Für mich wäre diese Entwicklung nicht ideal, da China meiner Meinung nach viele Entscheidungen hinter geschlossenen Türen trifft. Massnahmen dagegen sähe ich aber in Einsparungen seitens der USA bezüglich des Militärs. Es nimmt mich wunder, wie das Ganze weitergeht.

Urim Qerimi, 15,

Schüler, St. Gallen

Für die Schweizer Wirtschaft ist der tiefe Euro nicht förderlich, da alle im Ausland einkaufen gehen. Vor einer Wirtschaftskrise habe ich keine Angst. Die Schweiz hat nicht so viele Schulden, und wir halten uns mit Ausgaben zurück.

Suzana Baumann, 30,

Callcenter-Agentin, St. Gallen

Ich interessiere mich sehr für die USA. Wegen einer Wirtschaftskrise mache ich mir aber keine Sorgen. Ich finde jedoch, dass die Leute, die Geld haben, dieses wieder ausgeben sollten, um so die Wirtschaft voranzutreiben.

Jessica Schürmann, 19, Lehrling, Rorschach

Ich habe keine Angst vor einer Wirtschaftskrise. Problematisch ist aber, dass man nie weiss, ob der Euro noch weiter fällt. Für Betroffene und den Export ist der tiefe Euro schlecht. Der Staat sollte den Franken schwächen, damit sich der Export wieder mehr rentiert.

Ivan Cossu, 21,

Student, St. Gallen

Zurzeit arbeite ich bei einer Bank, und da sind die wirtschaftlichen Entwicklungen natürlich Tagesthema. Man hat lange geglaubt, dass die USA nicht Konkurs gehen können. Nun gibt es einen Wechsel im allgemeinen Denken, der zu einer hohen Unsicherheit auf den Märkten führt. Angst als Bürger habe ich nicht, aber generell geht es den Banken schon nicht sehr gut. Text: Vivienne Thurnherr

Bilder: Raffael Hirt

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