Katrin Frick Nachfolgerin Schlegels?

Als erster Ersatz auf der Kantonsratsliste der FDP Werdenberg wäre die Buchser Schulpräsidentin Katrin Frick die logische Nachfolgerin von Paul Schlegel. Sie will sich dies «reiflich überlegen». Schlegel hat den Rücktritt formell noch nicht eingereicht.

Marcel Elsener
Drucken
Teilen
Katrin Frick Präsidentin FDP Werdenberg und Schulratspräsidentin Buchs (Bild: pd)

Katrin Frick Präsidentin FDP Werdenberg und Schulratspräsidentin Buchs (Bild: pd)

BUCHS. Noch hat Paul Schlegel seinen medial angekündigten Rücktritt als Kantonsrat formell nicht bestätigt: Beim Ratspräsidium ist jedenfalls bis dato noch kein offizielles Rücktrittsschreiben eingetroffen, wie Staatssekretär Canisius Braun sagt. Niemand geht allerdings davon aus, dass Schlegel von seinem im Affekt beschlossenen Rücktritt wieder zurücktritt.

Als logische Nachfolgerin des Grabsers würde seine Parteikollegin, gute Bekannte und Wahlkampfberaterin nachrücken: Katrin Frick, Jahrgang 1962, Unternehmerin, Buchser Schulpräsidentin und Gemeinderätin (derzeit Vizestadtpräsidentin), fünffache Mutter und Präsidentin der FDP Werdenberg. Sie erreichte bei den Kantonsratswahlen im Wahlkreis Werdenberg auf der FDP-Liste das drittbeste Resultat hinter den gewählten bisherigen Kantonsräten Beat Tinner (Azmoos, 3550 Stimmen) und Paul Schlegel (Grabs, 2844 Stimmen). Mit 1797 Stimmen liess sie die weiteren FDP-Kandidaten um jeweils mindestens 800 Stimmen zurück – ein klares Resultat.

«Hohe zeitliche Belastung»

Weniger klar ist derzeit die Ausgangslage und das entsprechende Bekenntnis von Katrin Frick zur Einsitznahme im Kantonsrat. «Ich weiss erst seit ein paar Tagen, dass ich allenfalls die Nachfolge von Herrn Schlegel als Kantonsrätin antreten könnte», sagt sie auf Anfrage. Solange Schlegel sein Rücktrittsschreiben nicht offiziell eingereicht habe, könne sie «formell nicht antworten».

Die Formalitäten sind das eine, die aufgewühlte Stimmung im Werdenberg und die Vorwürfe gegen den viel engagierten Schlegel, mit dem Frick in einigen Projekten zusammenarbeitet (etwa im Verein Liechtenstein-Werdenberg), wohl das andere. Dass sich die Buchser FDP-Frau noch Zeit lassen will, erstaunt deshalb nicht: «Ich möchte mir die Sache nochmals reiflich überlegen», sagt sie. «So interessant und spannend dieses Amt zweifellos ist, es hat letztlich auch eine hohe zeitliche Belastung zur Folge. Insofern bitte ich um Verständnis, dass ich mich hier und heute, entgegen erster, anderslautender Stellungnahmen, noch nicht festlegen will.»

Engagiert und voller Energie

Angesichts der vielen Mandate und Aufgaben von Katrin Frick stellt sich die Frage nach der zeitlichen Verfügbarkeit tatsächlich. Ihr Arbeitspensum beschrieb sie im «Liechtensteiner Vaterland» im Juni 2014 wie folgt: 40-Prozent-Pensum als Schulpräsidentin in Buchs (wobei es letztes Jahr aufgrund grosser Bauvorhaben zeitweilig bis zu 70 Prozent waren); 20-Prozent-Pensum als Vizestadtpräsidentin und Gemeinderätin inklusive Kommissionen; weiteres 10-Prozent-Pensum als Präsidentin von Buchs Marketing. Zudem sitzt sie in diversen regionalen und kantonalen Kommissionen und Vorständen und ist noch in der Unternehmensführung der familiären Bäckerei tätig.

Die gebürtige Buchserin ist im Werdenberg als sehr engagierte und optimistisch zupackende Frau bekannt. Selber bezeichnet sie sich im ausführlichen Interview mit besagter Zeitung als «energiegeladenen Menschen»; ihre Lebenserfahrung helfe ihr, «die Energie richtig einzusetzen». Mit beeindruckender Offenheit spricht Katrin Frick dabei über die Schicksalsschläge in ihrem Leben, wie den Tod ihres Sohnes kurz vor dessen 18. Geburtstag und den Verlust ihres ersten Mannes infolge Hirntumors, als sie 27jährig war und folglich die Spenglerei allein führen musste. «Diese Erfahrungen haben meine Lebensfreude gesteigert, ich lebe extrem gern.»

Besonders freuen über ein Nachrücken Fricks und eine mögliche kantonsweite Premiere dürften sich die Buchser: Das Städtchen wäre dann nämlich mit doppelter Spitzenkraft im Kantonsrat vertreten – mit Stadtpräsident Daniel Gut (SP) und eben der Vizestadtpräsidentin.

Aktuelle Nachrichten