Katholiken sanieren zweimal

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Buechen 107 katholische Kirchbürgerinnen und Kirchbürger versammelten sich am Dienstagabend in der Christkönigskirche. Kirchenratspräsident Felix Bischofberger erläuterte die Notwendigkeit für eine Renovation der paritätischen Kirche Thal, begründete die Gesamtkosten von gut 1,8 Millionen Franken und deren Finanzierung.

Die Barockkirche verkörpert eine tausendjährige Geschichte und konfessionelle Eintracht. Bereits im Jahre 1712 einigten sich die Evangelischen und die Katholischen über den Besitz der Kirchengüter und nutzen die Kirche seit über 300 Jahren paritätisch. Damals wurden die finanziellen Verpflichtungen festgelegt mit zwei Drittel zu Lasten der Evangelischen und einem Drittel der Katholiken. Anträge, wonach die Renovation abzulehnen sei und die Kosten nach diesem 300-jährigen Schlüssel aufzuteilen seien, fanden keine Mehrheit. Mit überwältigendem Mehr stimmten die Anwesenden der Innen- und Aussenrenovation zu und entschieden sich deutlich für eine je hälftige Kostenübernahme.

Viele Fragen zur Christkönigskirche

Auch die moderne und verhältnismässig junge Christkönigskirche sei sanierungsbedürftig. Nach 48 Jahren sind es nicht nur Abnützungserscheinungen: Technische Anlagen, Akustik, Beleuchtung und Elektrik entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Die 1968 als Provisorium eingebauten Fenster mit Kittfugen wurden nie erneuert und sind nicht mehr dicht. Vieles ist in den letzten Jahren ausgebessert worden. Mit einer Sanierung wollte man möglichst lange zuwarten. Und genau diese Sanierung wurde von verschiedenen Votanten angezweifelt. Sogar die Frage wurde gestellt: «Brauchen wir bei den wenigen Kirchgängern in Zukunft diese Kirche überhaupt noch?» Die Kosten von über drei Millionen seien überrissen. Der steigende Steuerfuss mache vielen Menschen zu schaffen. Eine Rückstellung der Sanierung um einige Jahre wäre durchaus möglich.

Die Abstimmung über die Anträge der Kirchenverwaltung fallen sehr deutlich aus. Die Kirchbürgerschaft beschliesst die Sanierung der Christkönigskirche für 3,1 Millionen mit 79 Ja- gegen 27 Neinstimmen. Gleich deutlich wird dem Finanzierungsplan zugestimmt mit einer Amortisationszeit von 25 Jahren, bei einer Bausteuer von einem Prozent.

Richi Bischof

redaktionot@tagblatt.ch