KANTONSSPITAL: Doppelstöckig über die Strasse

125 Tonnen schwer und 51 Meter lang ist die neue Passerelle des Kantonsspitals. Fussgänger gelangen dank der zweistöckigen Verbindung ab Ende Jahr einfacher zu den Parkplätzen.

Roger Berhalter
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Eingerüstet: Links das neue Haus 10 auf dem Areal des Kantonsspitals, rechts die neue Passerelle für Fussgänger. (Bild: Ralph Ribi)

Eingerüstet: Links das neue Haus 10 auf dem Areal des Kantonsspitals, rechts die neue Passerelle für Fussgänger. (Bild: Ralph Ribi)

Roger Berhalter

roger.berhalt

er@tagblatt.ch

Wer in diesen Tagen mit dem Auto einen Krankenbesuch im Kantonsspital macht, fährt mitten in eine Baustelle. Das Haus 10, einer der ersten Neubauten des neuen Kantonsspitals, ragt dort in die Höhe, wo früher noch ein Teil des Parkhauses Böschenmühle war. Noch ist es eingerüstet und erst im Rohbau fertig. Handwerker arbeiten an der Metallfassade, installieren die Haustechnik und kümmern sich um den Innenausbau.

Das Haus 10 ist ein wichtiger nächster Schritt im Grossprojekt «come together». Unter diesem Titel wird das Kantonsspital bis 2027 in mehreren Etappen erneuert, zudem zügelt das Ostschweizer Kinderspital auf dasselbe Areal – ein 400-Millionen-Franken-Projekt. Das Haus 10 dient dabei als Rochadegebäude und nimmt jeweils jene Abteilungen des Spitals auf, die wegen der Bauarbeiten vorübergehend ausziehen müssen.

Die Onkologie muss als erstes zügeln

Die ersten Bewohner des Neubaus sollen im September 2018 einziehen, sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Kantonsspitals. Dies werden voraussichtlich die Psychosomatik, die Onkologie, die Nephrologie und die Hämodialysestation sein. Sind diese Abteilungen umgezogen, können mehrere Gebäude auf dem Spitalareal abgebrochen werden, konkret sind es die Häuser 08, 23, 31 und das Foyerhaus 21. Somit wird Platz frei für den Neubau des Kinderspitals.

Wer mit dem Auto im Parkhaus des Kantonsspitals parkiert, kann auch die neue Fussgängerpasserelle über der Lindenstrasse nicht übersehen. Die alte wurde schon im März mit dem Schweissbrenner gelöst, in zwei Teile geschnitten und abtransportiert. In den vergangenen Monaten wurde die neue, doppelstöckige Passerelle in sechs Teilen angeliefert und montiert.

Ihre Dimensionen sind imposant: 125 Tonnen schwer ist sie und 51 Meter lang. Der obere Durchgang dient Fussgängern als Verbindung zwischen dem Spitalareal und dem Parkhaus sowie dem neuen Haus 10 und soll Ende Jahr eröffnen. Der untere Stock ist nicht öffentlich zugänglich, sondern dient ab dem kommenden Jahr der Logistik des Kantonsspitals.

150 Sitzplätze im Wintergarten

Bereits fertig ist der neue Wintergarten des Spitalrestaurants. Früher wurde im Winter jeweils ein Zelt aufgestellt, um mehr Platz für Kantinengäste zu schaffen. Jetzt lädt ein Wintergarten mit hellem Holzboden, Sichtbeton und 150 Sitzplätzen zum Verweilen ein. Der Platz zwischen den beiden markanten Spitalhochhäusern 03 und 04 war im vergangenen Jahr noch eine Baustelle, weil im Untergrund eine neue Trafostation gebaut wurde. Jetzt ist der Platz wieder (fast) komplett versiegelt sowie begeh- und befahrbar.

Die Sanierung des St. Galler Kantonsspitals ist damit auf Kurs. Einer der nächsten grossen Schritte ist im kommenden Frühling geplant. Dann starten die Arbeiten zum neuen Hochhaus 07A. Das zwölfstöckige, 47 Meter hohe Gebäude soll bis 2021 bezugsbereit sein.