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KANTONSRAT: St.Galler Primarschüler sollen zwei Fremdsprachen lernen

Der St.Galler Kantonsrat will am Konzept mit Englisch ab der 3. und Französisch ab der 5. Primarklasse festhalten. Für Schüler und Lehrer wurde am Dienstag im Parlament ein vermehrter Austausch zwischen den Sprachregionen gefordert.
Die vorberatende Kommission unterstützte die Regierung: Der Französischunterricht überfordere Primarschüler nicht. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Die vorberatende Kommission unterstützte die Regierung: Der Französischunterricht überfordere Primarschüler nicht. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Im Februar 2014 war aus dem St.Galler Kantonsrat von CVP, FDP, GLP, SP und SVP ein parteiübergreifender Vorstoss eingereicht worden. Darin wurden Auskünfte über die praktischen Erfahrungen mit dem Unterricht von zwei Fremdsprachen in der Primarschule verlangt.

Der Bericht der Regierung stützte sich auf ein «kantonal erhobenes Meinungsbild» ab. Rund die Hälfte der Befragten hatten darin kritisiert, dass auf der Primarstufe zwei Fremdsprachen erlernt werden müssen. Eine substanzielle Begründung für diese Kritik lasse sich aber aus der Befragung nicht herleiten, stellte die Regierung fest.

Vor allem finde die These, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem Erlernen von zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert wären, keine Bestätigung: Sowohl in einer Studie wie auch in der kantonalen Erhebung gebe es keine Belege für eine generelle Überforderung durch den Fremdsprachenunterricht.

Französisch nicht auf die Oberstufe verschieben

Die Regierung kam deshalb zu zwei Schlussfolgerungen. Die eine: Die Strategie des Kantons für den Fremdsprachenunterricht ist tragfähig. Die andere: Im subjektiven Empfinden ist der Französischunterricht «tendenziell unbeliebt und entsprechend wird sein Sinn angezweifelt».

Objektiv bestehe damit kein Anlass, vom Sprachenkonzept abzuweichen, folgerte die Regierung. Vor allem sei darauf zu verzichten, den Französischunterricht «gewissermassen zum Selbstzweck» auf die Oberstufe zu verschieben. Dies wäre «staatspolitisch ungut» und würde «zu belastenden Auseinandersetzungen» um die verhältnismässige Gewichtung auf der Oberstufe führen.

Neues Lehrmittel und Halbklassen

Die vorberatende Kommission unterstützte die Haltung der Regierung: Der Französischunterricht in der Primarschule überfordere die Kinder nicht. Dies zeigten Studien und Umfragen. Der Kanton St.Gallen soll deshalb am Konzept mit Englisch ab der 3. und Französisch ab der 5. Klasse festhalten. Die Kommission ist aber besorgt über die geringe Motivation der Schüler beim Erlernen von Französisch.

Regierungsrat Stefan Kölliker kündigte Verbesserungen an. Auf das Schuljahr 2017/2018 werden zwei Differenzierungslektionen − Unterricht in Schülergruppen − eingeführt. Weiter werde das «der modernen Mehrsprachendidaktik» verpflichtete Lehrmittel «dis donc!» bereitgestellt. Es sei das erste Lehrmittel, das auch digital verfügbar sei, sagte der Bildungsdirektor.

Austauschprogramm fördern

Das Parlament nahm vom Bericht der Regierung zu den Fremdsprachen in der Volksschule Kenntnis. Die SVP-Fraktion sprach von einem Gefälligkeitsgutachten. Die SVP beharrte auf dem mangelnden Nutzen von zwei Fremdsprachen in der Primarschule. Ein Grossteil der Schüler sei überfordert, und der Französischunterricht müsse in die Oberstufe verlagert werden, sagte der SVP-Sprecher.

Der Kanton sei dem HarmoS-Konkordat verpflichtet, sagte der Sprecher der CVP-GLP-Fraktion. Die Offenheit gegenüber neuen Sprachen und Kulturen habe die Ostschweiz weit gebracht.

Austauschprogramme für Schüler und Lehrer in einem anderen Landesteil seien zu fördern.
Auch die FDP-Fraktion ist der Auffassung, dass das System mit zwei Fremdsprachen beibehalten werden soll. Stellt aber die Frage, ob die Lektionentafel überladen ist.

Die mündlichen Kompetenzen im Französisch hätten sich verbessert, sagte der Sprecher der SP-Grünen-Fraktion. Mit einer Verlagerung in die Oberstufe würden die Deutschkenntnisse nicht automatisch besser. (sda)

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