Kantonsräte für mehr Bahn

Gegen die Pläne, dass zwischen St. Gallen und Wil ab Dezember weniger S-Bahnen verkehren sollen, regt sich Widerstand. Nach 13 Gemeindepräsidenten wehren sich nun auch Kantonsräte.

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Saisonales Parkverbot an der Haldenstrasse in Gossau. (Bild: Davia Korte)

Saisonales Parkverbot an der Haldenstrasse in Gossau. (Bild: Davia Korte)

Die Aussicht, dass mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2015 S-Bahn-Verbindungen abgebaut werden könnten, hat zahlreiche Politiker zwischen St. Gallen und Wil aufgeschreckt. Zum einen haben 13 Gemeindepräsidenten, darunter auch der Gossauer Stadtpräsident Alex Brühwiler, Regierungsrat Beni Würth dazu aufgefordert, bei den SBB dagegen zu intervenieren (Ausgabe vom 16. Januar). Nun wollen über 20 Kantonsräte mit einer Interpellation bei der Februarsession nachlegen.

Gossauer machen mit

Treibende Kraft hinter dem Vorstoss ist der Flawiler Peter Hartmann (SP). Ihm zufolge haben auch die Gossauer Kantonsräte Ruedi Blumer (SP), Bruno Damann (CVP) und Claudia Martin (SVP) bereits zugesagt, die Interpellation mitzuunterzeichnen. Hartmann geht davon aus, dass noch andere Kantonsparlamentarier, auch aus Gossau, Waldkirch und Andwil, hinzukommen.

Gelder seit fünf Jahren bereit

Durch die Interpellation soll der Engpass auf den Schienen, welcher die Streichung eingeschobener Regionalzüge zu den Hauptverkehrszeiten überhaupt erst nötig macht, behoben werden. Bundesgelder für diese Leistungssteigerung stehen bereits seit 2009 bereit, wie Harmann schreibt. Damit soll Ende 2015 und Ende 2018 je ein zusätzlicher Fernverkehrszug eingeführt werden können, ohne Regional- und Güterverkehr zu beeinträchtigen. Hartmann ist der Meinung, dass mit dieser Leistungssteigerung der auf Ende Jahr geplante Abbau bei den S-Bahn-Kursen nicht nötig geworden wäre. Eine Verkürzung der Zugfolgezeiten liesse laut Interpellation sogar eine Kapazitätserhöhung zu.

Bis Winterthur vorangetrieben

Im Einzugsgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds beispielsweise wurden ähnliche Projekte in den vergangenen Jahren bereits vorangetrieben. «Es darf nicht sein, dass die Schweiz hinter Winterthur aufhört», sagt Hartmann. Und meint damit, dass die SBB die Planungen für die Fahrzeitreduktion zwischen Winterthur und St. Gallen zurückgestellt haben.

Für einen Viertelstundentakt

Konkret wollen die Interpellanten mit der Umsetzung von Leistungssteigerungen die Zugfolgezeiten, also den kürzestmöglichen Abstand zwischen zwei Zügen, reduzieren. Gelingt dies, hätte es wieder mehr Platz auf dem Schienentrassee. Laut Hartmann ist das Ziel, dass Wil, Uzwil, Flawil und Gossau künftig von einem Viertelstundentakt profitieren können. Stündlich sollen zwei Schnellverkehrsverbindungen, der Regio-Express von Wil nach Chur und eine S-Bahn verkehren und an den vier Bahnhöfen anhalten. Davon könnte laut Hartmann auch das Umland profitieren. (jw/sdu)

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