Kantonsgericht mildert Strafe für einen Sexualtäter

Das St. Galler Kantonsgericht hat die Strafe eines 43jährigen Sexualtäters gemildert und ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Schulbusfahrer hatte 2007 und 2008 ein 14jähriges, geistig behindertes Mädchen missbraucht.

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Das St. Galler Kantonsgericht hat die Strafe eines 43jährigen Sexualtäters gemildert und ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Schulbusfahrer hatte 2007 und 2008 ein 14jähriges, geistig behindertes Mädchen missbraucht.

Bedingte Strafe und Busse

Das Kantonsgericht gab das Urteil gestern Mittwoch bekannt: Es sprach den Mann der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, der Pornographie, der fahrlässigen Körperverletzung und der versuchten Gewalt und Drohung gegen Beamte schuldig. Zusätzlich zur bedingten Freiheitsstrafe muss der Mann 300 Franken Busse bezahlen und sich einer Behandlung unterziehen. Die Probezeit beträgt drei Jahre, und der Verurteilte erhält eine Bewährungshilfe.

Nur vermindert schuldfähig?

Das Kreisgericht St. Gallen hatte den Mann im Mai 2010 zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren – davon ein halbes Jahr unbedingt – verurteilt. Der Mann zog den Fall ans Kantonsgericht weiter. In der Berufungsverhandlung vom Dienstag beantragte der Verteidiger eine bedingte Strafe von höchstens 18 Monaten. Die sexuellen Kontakte zwischen seinem Mandanten und dem Mädchen hätten im gegenseitigen Einverständnis stattgefunden, begründete er den Antrag. Sein Mandant sei physisch angeschlagen, seine geistigen Fähigkeiten eingeschränkt. Er sei daher auch nur vermindert schuldfähig.

Mehrfach missbraucht

Der Verurteilte war als Schulbusfahrer angestellt und brachte behinderte Kinder von ihrem Zuhause in ein Schulheim. Unter den Kindern befand sich auch ein 14jähriges, geistig behindertes Mädchen.

Zwischen Dezember 2007 und April 2008 missbrauchte der Mann das Mädchen im Schulbus, in seiner Wohnung und in einem Nachtclub. Ausserdem soll er das Mädchen nackt fotografiert und ihm Sexfilme gezeigt haben.

Nach seiner Verhaftung im Frühling 2008 verlor der Schulbusfahrer seinen Job. Heute hat er eine Teilzeitbeschäftigung als Hauswart. Seine Freizeit verbringt er nach Angaben vor Gericht grösstenteils vor seinem Computer. (sda)