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Kanton verzichtet auf Kinderfest

ST.GALLEN. Jedem Betrieb steht frei, ob er das Kinderfest als Feiertag behandeln möchte oder nicht. Die kantonale Verwaltung schafft den Feiertag für Angestellte in der Stadt just auf den 1. Juni ab. Diese hoffen nun, das Fest finde noch im Mai statt.
Odilia Hiller
In der St. Galler Pfalz, Regierungssitz des Kantons, wird künftig auch am Tag des Kinderfests gearbeitet. (Bild: Benjamin Manser)

In der St. Galler Pfalz, Regierungssitz des Kantons, wird künftig auch am Tag des Kinderfests gearbeitet. (Bild: Benjamin Manser)

Die Klausel im neuen Personalgesetz des Kantons St. Gallen freut nicht alle: Die Mitarbeitenden des Kantons mit Arbeitsort St. Gallen müssen ab dem 1. Juni 2012 auf einen bezahlten Feiertag verzichten: das Kinderfest. Von «peinlich» über «Aufgabe einer Tradition» bis «falsches Signal für andere Arbeitgeber» – aus den Reihen der Verwaltungsangestellten ist hinter vorgehaltener Hand in diesen Tagen dazu nicht viel Nettes zu hören.

«Kein böser Wille»

Dass die Neuregelung ausgerechnet während der Tage in Kraft tritt, wo auch das Kinderfest stattfinden könnte, ist allerdings eher ein dummer Zufall. Steigt das Fest nämlich am kommenden Mittwoch, 30. Mai, gilt für Kantonsangestellte noch die alte Regelung: Das Kinderfest wird noch den ganzen Mai wie ein Feiertag behandelt.

Dahinter stecken weder Provokation noch böser Wille, erklärt Primus Schlegel, Leiter des Personalamtes des Kantons St. Gallen, die Feinheiten der Kantonsverwaltung. «Am 1. Juni 2012 fängt schlicht und ergreifend die neue Legislatur an.» Mit dieser treten auch Neuerungen wie das neue Personalgesetz in Kraft.

Ein bisschen Verständnis

Auf den bezahlten Kinderfesttag für Mitarbeitende in St. Gallen verzichte man primär aus zwei Gründen, sagt Schlegel. Einerseits sei es mit den heutigen, flexiblen Arbeitszeiten jedem, der das Kinderfest besuchen möchte, grundsätzlich möglich, einen freien Tag zu beziehen. Andererseits gebe es auch in anderen Teilen des Kantons Anlässe, die für Ansässige eine ähnliche Bedeutung hätten wie das Kinderfest für die St. Galler. Dort hätten die Kantonsangestellten auch keinen bezahlten freien Tag. «Da muss man den Blick fürs Ganze wahren», sagt Schlegel.

Dass die Neuerung nicht allen gefalle, damit habe man rechnen müssen. Schliesslich handle es sich um die Aufgabe eines Privilegs. Was selten gut ankomme. Er hält aber fest, er sei der Ansicht, dass, wer aus St. Gallen komme und Kinder habe, die am Kinderfest teilnähmen, auch frei nehmen sollte. Auch halte er es für angemessen, dass städtische Angestellte frei hätten. Doch für den Kanton sei die alte Regelung im Sinne der Gleichbehandlung seiner Angestellten keine glückliche Lösung gewesen. Deshalb hoffe er nun auf «ein bisschen Verständnis» seitens der St. Galler Mitarbeitenden.

Regierungsräte nehmen nie frei

Von dieser Art der Arbeitszeiterfassung ausgenommen sind übrigens Regierungsräte, die für ihre zahlreichen Repräsentationspflichten ja auch keine Arbeitszeit aufschreiben könnten, wie Schlegel sagt. Findet das Kinderfest also im Juni statt, muss kein Bürger auf der Kinderfestwiese anwesende Regierungsräte fragen, ob sie für den Anlass auch wirklich frei genommen hätten. Alle anderen Kantonsangestellten dürfen noch hoffen, das Fest finde kommende Woche statt.

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