Kanton streicht Gelder für die «Flade»

ST.GALLEN. Die Katholische Kantonssekundarschule in St.Gallen, die Flade, bekommt ab 2016 kein Geld mehr vom Kanton. Trotz Widerstands der CVP/EVP-Fraktion hat der Kantonsrat am Dienstag diese Sparmassnahme gutgeheissen. Der «Flade» fehlen damit jährlich zwei Millionen Franken.

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Muss künftig ohne Kantonsgelder auskommen: die «Flade». (Bild: Urs Jaudas)

Muss künftig ohne Kantonsgelder auskommen: die «Flade». (Bild: Urs Jaudas)

Über 14'000 Personen haben die Petition «Rettet die Flade» unterzeichnet. Der Schulverein der Katholischen Kantonssekundarschule Flade wehrt sich damit gegen die Streichung des Kantonsbeitrags von zwei Millionen Franken aus Spargründen. Die Petition wurde am Freitag der Staatskanzlei eingereicht, begleitet mit Musik und Gesang von 650 Schülerinnen und Schülern. Die Petition habe eine Sympathiewelle ausgelöst, das Sammelergebnis sei rekordverdächtig, sagte Schulratspräsidentin und CVP-Kantonsrätin Margrit Stadler am Dienstag im Parlament. Die «Flade» sei ein Erfolgsmodell. Ohne Kantonsgeld sei sie gefährdet.

«Widerspricht Aufgabenteilung»
Die Qualität der «Flade» wurde in der Diskussion im Parlament nicht in Frage gestellt, viel mehr die Trägerschaft der Schule und die Finanzierung. Die Finanzierung der «Flade» widerspreche der Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden, sagte Bildungdirektor Stefan Kölliker.

Schonfrist bis 2016
Ob die Stadt St.Gallen den Kantonsbeitrag übernimmt, wie von der Regierung vorgeschlagen, sei ungewiss, sagte Stadtpräsident Thomas Scheitlin. Die Stadt müsste dann rund 4,5 Millionen Franken im Jahr an die «Flade» zahlen, das sei doppelt so viel wie heute. Ein Antrag von Felix Bischofberger (CVP/Altenrhein) die Sparmassnahme aus dem Entlastungsprogramm zu streichen, erhielt nur von der CVP-EVP-Fraktion Unterstützung und wurde mit 79 zu 31 Stimmen bei fünf Enthaltungen abgewiesen. Die «Flade» bekommt aber eine Schonfrist von einem Jahr. Der Rat stimmte mit 93 zu 21 Stimmen dem Eventualantrag von Felix Bischofberger zu, die Sparmassnahme erst ab 2016 einzuführen. (sda)