KANTON ST.GALLEN: Start zum Projekt "Kinder im seelischen Gleichgewicht"

Der Kanton St.Gallen beteiligt sich am Interreg-Projekt «Kinder im seelischen Gleichgewicht», das von der EU gefördert wird. Es soll helfen, die Situation von Kindern zu verbessern, deren Eltern zum Beispiel psychisch krank sind oder an einer Sucht leiden. Eine geplante Stelle könnte aber vom Kantonsrat gestrichen werden.

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Am Projekt beteiligen sich neben St. Gallen auch Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, das Fürstentum Liechtenstein, der Kanton Thurgau und die Landkreise Lindau, Ravensburg und Bodenseekreis, wie die St.Galler Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Der Kick-off fand in Friedrichshafen statt. Das Ziel ist es, in der Bodenseeregion die psychische Gesundheit von Kindern zu fördern, präventiv zu wirken, bestehende Angebote über die Grenzen hinweg zu vernetzen und die Zusammenarbeit zu verbessern. Unter dem Dach des Gesamtprojekts setzen die Beteiligten unterschiedliche regionale Projekte um.

Beratung, Therapie, Prävention
Viele Familien hätten mit belastenden Lebensumständen zu kämpfen, heisst es. Eine besondere Risikogruppe seien Kinder und Jugendliche, deren Eltern unter einer psychischen Erkrankung oder einer Sucht leiden. Kinder, Eltern und Angehörige benötigten Beratung und Begleitung, Therapien, Prävention und praktische Hilfe im Alltag. Hier setzt das Regionalprojekt des Ostschweizer Forums für Psychische Gesundheit an, bei dem die Kantone St. Gallen, beide Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein mitmachen. Anlaufstellen und Angebote in diesen Regionen werden systematisch erfasst und auf einem Online-Tool zur Verfügung gestellt.
Zielgruppen sind Betroffene und Angehörige, aber auch Schulen, Beratungsstellen, Ärztinnen und Ärzte oder Kindertagesstätten. Auch allfällige Lücken bei den Angeboten sollen festgestellt werden. Das Regionalprojekt wurde in Friedrichshafen vorgestellt und diskutiert.

Kommission will Stelle streichen
Das Budget 2017 des Kantons St. Gallen sieht für das Projekt «Kinder im seelischen Gleichgewicht» eine 50-Prozent-Stelle beim ZEPRA im Amt für Gesundheitsvorsorge vor. Die Finanzkommission des Kantonsrats will diese Stelle allerdings streichen − obwohl diese von Dritten refinanziert wird. Der Kanton würde keinen Franken sparen. Das Parlament berät das Budget in der kommenden Woche. (sda)