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KANTON ST.GALLEN: Schweizer gehen, Ausländer kommen

Der Kanton St.Gallen zählt erstmals über 500'000 Einwohner. Zuwanderung und Geburtenüberschuss machen es möglich. Aber auch immer mehr Menschen kehren dem Kanton den Rücken.
Andri Rostetter

Andri Rostetter

andri.rostetter

@tagblatt.ch

Die Bevölkerung des Kantons St.Gallen wächst konstant. Und sie wächst langsamer als im Rest der Schweiz. Das zeigen die neuesten Zahlen der kantonalen Fachstelle für Statistik. Ende 2016 erreichte die ständige Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen den Stand von 502'552 Personen und durchbrach damit erstmals die Grenze von einer halben Million Einwohner. Noch zu Beginn der 1980er-Jahre hatte der Kanton weniger als 400'000 Einwohner gezählt. Im vergangenen Jahr hat die Bevölkerung um exakt 3487 Personen oder um 0,7 Prozent zugenommen. Das ist prozentual gleich viel wie im Vorjahr – und tiefer als der Schweizer Durschnitt. Über alle 26 Kantone gesehen resultierte 2016 ein Wachstum von 1,1 Prozent. Das Wachstum im Kanton St.Gallen weist allerdings ein paar Eigenheiten auf.

Zu- und Abwanderung: Das Bevölkerungswachstum im Kanton St.Gallen hat gemäss der Fachstelle für Statistik zwei Gründe: die Zuwanderung und der Geburtenüberschuss. Im vergangenen Jahr zogen 18505 Personen in den Kanton, 16'711 kehrten ihm den Rücken. Unter dem Strich sind deutlich mehr Ausländer in den Kanton gezogen, als Schweizer weggezogen sind. Bei den Zuzügern beläuft sich der Anteil ausländischer Personen auf 58,5 Prozent. Deutlich tiefer ist der Anteil bei den Wegziehenden; 45,9 Prozent davon sind Ausländerinnen und Ausländer. Berechnet man den Wanderungssaldo für Schweizer und Ausländer getrennt, resultiert bei der Schweizer Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen ein Verlust von 1374 Personen. Die Gruppe der ausländischen Staatsangehörigen wuchs dagegen um 3168 Personen. Dieser Zuwachs ist laut der Fachstelle hauptsächlich der internationalen Zuwanderung geschuldet.

Kantonswechsel: Was die interkantonalen Zu- und Wegzüge angeht, ist die Bilanz bei Schweizern wie Ausländern negativ. Abgesehen von den 60- bis 69-Jährigen ziehen Personen aller Altersgruppen häufiger aus dem Kanton St.Gallen weg als in den Kanton zu. Die Statistik macht auch deutlich, dass junge Menschen den Kanton am häufigsten verlassen. An der Spitze stehen die 20- bis 29-Jährigen, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen. Treibende Kraft hinter diesen Wegzügen sind gemäss der Fachstelle für Statistik die in anderen Kantonen zur Verfügung stehenden Ausbildungsmöglichkeiten und der Arbeitsmarkt.

Geburten: Wenn eine Bevölkerung mehr Geburten als Todesfälle aufweist, sprechen die Statistiker von einem Geburtenüberschuss. Der Kanton St.Gallen wies im Jahr 2016 einen Überschuss von 1543 Geburten auf. Bemerkenswert dabei ist, dass der Überschuss bei den ausländischen Staatsangehörigen zweieinhalb Mal höher liegt als bei den Schweizerinnen und Schweizern, nämlich bei 1094 Geburten. Die Schweizerinnen und Schweizer kommen damit auf ein Plus von 449 Geburten. Hauptursache dafür ist gemäss der Fachstelle die Altersstruktur der ausländischen Bevölkerung: Das Durchschnittsalter der Ausländerinnen und Ausländer im Kanton St.Gallen liegt bei 36 Jahren, jenes der Schweizerinnen und Schweizer bei 43 Jahren. Laut der Fachstelle ist der Unterschied ebenfalls auf die Zuwanderung zurückzuführen: Wer in die Schweiz einwandert, ist in aller Regel jüngeren Alters. Das wirkt sich auch auf die Sterberate aus: Aufgrund der Altersstruktur gibt es in der ausländischen Bevölkerung im Kanton St.Gallen weniger Todesfälle als in der Schweizer Bevölkerung.

Einbürgerungen: Ende 2016 lebten im Kanton St.Gallen 382'829 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Das sind 1117 mehr als im Vorjahr. Das Wachstum ist zum einen auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen, zum anderen auf Einbürgerungen. Im vergangenen Jahr liessen sich im Kanton 1844 Personen einbürgern. Seit 2008 ist die Zahl der Einbürgerungen im Kanton allerdings rückläufig. Im Jahr 2016 betrug die Einbürgerungsziffer – der Anteil der eingebürgerten Personen an der ausländischen Wohnbevölkerung – noch 1,6 Prozent und lag somit praktisch gleich hoch wie 1981. Die Zahl der Einbürgerungen hat sich seither zwar mehr als verdoppelt, gleichzeitig ist aber die Zahl der ausländischen Wohnbevölkerung um mehr als das Doppelte gestiegen.

Durchmischung: Seit den 1980er-Jahren wird in der Schweiz ein sogenannter Segregationsindex geführt. Dieser Index zeigt, wie sich die ausländische Bevölkerung auf die Gemeinden verteilt. Seit Beginn der Erhebung hat die Vermischung der ausländischen und der Schweizer Bevölkerung landesweit zugenommen. Im Kanton St.Gallen ist die ausländische Wohnbevölkerung gleichmässiger über alle Gemeinden verteilt als im Schweizer Durchschnitt. Dennoch gibt es Gemeinden, deren Ausländeranteil deutlich über dem Schnitt liegt. Den höchsten Anteil weist St. Margrethen mit 48,6 Prozent auf, gefolgt von Rorschach mit 48,4 Prozent. An dritter Stelle liegt Sevelen mit 39,2 Prozent. Die Stadt St.Gallen kommt auf 30,6 Prozent. Den tiefsten Anteil weist Mosnang mit 4,4 Prozent auf.

Geschlechter: Erstmals seit Beginn der Datenerhebung 1980 zählt der Kanton mehr Männer als Frauen. Vor 37 Jahren lebten noch 7800 Frauen mehr im Kanton als Männer, heute sind die Männer in der Überzahl; im Kanton leben 500 Männer mehr als Frauen. Als Gründe werden auch hier Zuwanderung und Geburtenüberschuss angegeben.

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