KANTON ST.GALLEN: Der Kanton St.Gallen ist geschrumpft

Der Kanton St.Gallen hat Ende 2016 die Umstellungsarbeiten auf den neuen Bezugsrahmen LV95 abgeschlossen. Der neue Bezugsrahmen löst den alten aus dem Jahr 1903 ab und soll wiederum hundert Jahre Bestand haben. Die Berechnungen zum neuen Koordinatensystem zeigen: Der Kanton St.Gallen schrumpft um zwei Fussballfelder.

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Die Gemeinde Grabs verliert am meisten Fläche, gefolgt von Sennwald und Nesslau. (Bild: Illustration: Corinne Bromundt)

Die Gemeinde Grabs verliert am meisten Fläche, gefolgt von Sennwald und Nesslau. (Bild: Illustration: Corinne Bromundt)

Das Landeskoordinatensystem der Schweiz ist mehr als hundert Jahre alt. Der Bund hat darum beschlossen, ein neues und genaueres System einzuführen. Dieses basiert auf der satellitengestützten Landesvermessung von 1995 (LV95). Dabei handelt es sich um zentimetergenaue Messungen. Mit der neuen Vermessung schrumpft der Kanton St.Gallen auf dem Papier um rund 13‘000 Quadratmeter. Dies teilt die Regierung am Donnerstag in einer Mitteilung mit.

Grabs verliert, Pfäfers gewinnt
Die Umstellungsarbeiten haben gezeigt, welche St.Galler Gemeinden zu den Verlierern oder Gewinnern gehören. So verliert Grabs mit 1042 Quadratmetern am meisten Fläche, gefolgt von Sennwald mit minus 851 Quadratmetern und Nesslau mit minus 772 Quadratmetern. Die grössten Zunahmen gibt es mit 218 Quadratmetern in Mosnang, mit 395 Quadratmetern in Walenstadt und mit 958 Quadratmetern in Pfäfers. «In der Realität ändert sich natürlich nichts, sondern nur auf dem Papier», betont Kantonsgeometer Patrick Fäh. Rund 90 Prozent aller Parzellen seien von der Flächenänderung nicht betroffen.

Schweiz wird grösser
Insgesamt hat sich die Schweiz aber vergrössert. In Ost-West-Richtung ist sie drei Meter breiter als bisher in den Plänen abgebildet. Das entspricht einem Plus von dreissig Hektaren oder 42 Fussballfeldern. Zu den Gewinnerkantonen gehört das Tessin, das einen Viertel dieser Fläche bekommt.

Wanderer wandern unbesorgt
Für Wanderinnen und Wanderer ändert sich mit der Umstellung nicht viel. Sie können ihre alten Wanderkarten behalten, da die Änderungen den Inhalt der Karten nicht beeinflussen. Im Massstab 1:25‘000 entspricht eine Abweichung von 2,5 Metern in der Realität 0,1 Millimetern auf dem Papier.

Bund, Kanton und Gemeinden beteiligt
Auf das neue Koordinatensystem umzustellen, kostet rund zwei Millionen Franken. An den Kosten beteiligen sich Bund, Kanton und Gemeinden. Insgesamt sind es rund 150 Datensätze, die auf kantonaler Ebene bearbeitet werden mussten. «Ein Datensatz bildet eine Karte oder einen Plan ab. Wie etwa einen Richtplan, eine Gefahrenkarte oder ein Gewässernetz», erklärt Patrick Fäh. Hinzu kommen pro Gemeinde zehn bis zwanzig weitere Datensätze, darunter auch Zonenpläne. Dank des Einsatzes der beteiligten Ingenieurbüros, der Koordination über die E-Government-Geschäftsstelle und eines finanziellen Beitrages an die Gemeinden ist es gelungen, sämtliche Geodaten bis Ende 2016 umzustellen. (red.)