Kanton St. Gallen schliesst Anlagen im Rheintal wieder

Während der Andrang von Flüchtlingen an der österreichisch-deutschen Grenze unvermindert anhält, geht die Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge, die über die Ostgrenze in den Kanton St. Gallen einreisen, seit Mitte September kontinuierlich zurück.

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Während der Andrang von Flüchtlingen an der österreichisch-deutschen Grenze unvermindert anhält, geht die Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge, die über die Ostgrenze in den Kanton St. Gallen einreisen, seit Mitte September kontinuierlich zurück. «Wir haben daher die Zivilschutzanlagen in Gams und Sevelen bereits geschlossen, seit gestern ist auch die Anlage in St. Margrethen wieder leer und wird auf standby gesetzt», sagt Jörg Köhler, Leiter Amt für Militär und Zivilschutz im Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen.

Mit den kantonalen Anlagen unterstützt der grösste Ostschweizer Kanton das Staatssekretariat für Migration bei der Erstunterbringung der Asylsuchenden, die über Buchs und St. Margrethen in die Schweiz einreisen, wenn dieser überlastet ist. Im Gegenzug kompensiert das der Bund bei der Zuteilung des kantonalen Kontingents.

200 als kritische Grösse

«Wir haben zusammen mit dem Bund schweizweit 200 Ankünfte pro Tag als kritische Grösse definiert», sagt Köhler. Werde diese Zahl erreicht, würden erneut Zivilschutzanlagen in Betrieb genommen. Die St. Galler Regierung hatte kürzlich den Zivilschutzeinsatz für die Notunterkünfte für Asylsuchende und Flüchtlinge genehmigt, die der kantonale Führungsstab zusammen mit Gemeinden und Zivilschutzorganisationen betreibt. Insgesamt ist der Kanton nach Rücksprache mit dem Bund inzwischen auf die Ankunft von bis zu 1000 Personen vorbereitet.

Spitze bei 109 Personen

Die derzeitigen Einreisezahlen sind allerdings weit niedriger. «Die Spitze lag im September bei 109 Personen an der Grenze im Rheintal», sagt Köhler. Laut Angaben von Grenzwache und Kantonspolizei St. Gallen standen im Zeitraum vom vergangenen Freitag bis gestern Mittwochabend 232 Personen an der Ostgrenze, die Spitze lag bei 67 Personen am vergangenen Samstag – darunter 52 aus Afghanistan und 11 aus Syrien. Im gleichen Zeitraum gingen zwei Schlepper ins Netz. (cz)