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KANTON: Schlägerei in Buchs - Bundesgericht bestätigt Ausweisung eines Täters

Ein 24-jähriger Kosovare, der an einer Schlägerei vor einem Club in Buchs beteiligt und wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verurteilt worden war, muss unser Land verlassen, obwohl er hier geboren wurde und in der Schweiz aufgewachsen ist. Dies entschied das Bundesgericht.
Urs-Peter Inderbitzin
Die Täter schlugen noch auf das Opfer ein, als es schon bewusstlos am Boden lag. (Bild: Stefan Schaufelberger/Symbolbild)

Die Täter schlugen noch auf das Opfer ein, als es schon bewusstlos am Boden lag. (Bild: Stefan Schaufelberger/Symbolbild)

Bereits in seiner Jugend fiel der hier geborene Knabe mit kosovarischen Wurzeln als stark verhaltensauffällig auf und musste erst in eine Kleinklasse und später in eine sog. Timeout-Klasse versetzt werden. In der neunten Klasse schliesslich flog er von der Schule, nachdem er ein Mädchen mit einem Messer verletzt hatte. Als der Knabe 15 Jahre alt war, entzog die damalige Vormundschaftsbehörde den Eltern die Obhut über ihren Sohn und platzierte diesen für rund drei Jahre in einem Jugendheim. Während dieser Zeit musste der Jüngling mehrmals vor der Jugendanwaltschaft Altstätten antraben, meist weil er kleinere Verkehrsdelikte – etwa Führen eines Motorfahrrades ohne Führerschein und ohne Versicherung – begangen hatte.

Brutale Aktion

Zu einem schweren Vorfall kam es, als der Jüngling 18 Jahre alt war. Er war einer der Täter an einem Vorfall - im Februar 2011 während der Fasnacht - vor einer Diskothek in Buchs. Eine Gruppe von 6 Männern traktierten einen Widersacher so lange mit Faustschlägen und Fusstritten, bis ihr Opfer in die Knie sank. Selbst dann liessen die Angreifer nicht von ihrem Opfer ab, sondern traten weiter auf dieses ein, insbesondere auch auf dessen Kopf, und zwar selbst dann noch, als es regungs- und vermutlich bewusstlos am Boden lag. Das Opfer erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen und bleibende Schäden, insbesondere eine nicht reparable Verletzung des linken Auges, dessen Sehkraft von 100 % auf noch 15 % verringert wurde. Wegen diesem und weiterer Delikte verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen den Kosovaren anfangs Oktober 2013 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfachen Angriffs, mehrfachen Raubes, Diebstahls und weiterer Delikte zu einem jugendstrafrechtlichen Freiheitsentzug von 27 Monaten sowie zu einer ambulanten Massnahme. Auch nach dieser Verurteilung musste der junge Mann mehrmals vor dem Strafrichter antraben.

Rückkehr in den Kosovo zumutbar

Aufgrund all dieser Vorkommnisse widerrief das Migrationsamt des Kantons St. Gallen die Niederlassungsbewilligung des Kosovaren und wies ihn aus der Schweiz weg. Dagegen erhobene Beschwerden blieben erfolglos, zuletzt auch beim Bundesgericht. Dort hatte der Mann argumentiert, er habe inzwischen in der Schweiz eine Berufslehre als Strassenbauer absolviert und arbeite nun fest angestellt im ehemaligen Lehrbetrieb. Seine Wegweisung sei angesichts seiner hiesigen Sprachkenntnisse und seiner Integration unverhältnismässig, zumal seine Eltern und Geschwister hier lebten und er nicht in der Lage sei, im Kosovo ein eigenständiges Leben zu führen. Wie bereits die St. Galler Behörden erachtete das Bundesgericht die Wegweisung als korrekt, weil die öffentlichen Interessen an einer Ausreise des Kosovaren dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz bei weitem überwiegen. Für das Bundesgericht zeugen die Straftaten des Mannes „von einer sehr stark ausgeprägten Gewaltbereitschaft, von einer abstossenden Brutalität sowie von einer kaum vorhandenen Deliktshemmung“. Er hat die ihm gebotenen Chancen nicht genutzt. Seine Kenntnisse als Strassenbauer werden es ihm erleichtern, in seiner Heimat beruflich wieder Fuss zu fassen. „Dass die wirtschaftlichen Perspektiven im Kosovo nicht gleich gut sind wie in der Schweiz, mag allenfalls zutreffen, doch betrifft dies die dortige Bevölkerung als Ganzes und nicht spezifisch den Beschwerdeführer“, heisst es abschliessend im Urteil aus Lausanne.

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