KANTIPRÜFUNG: Kantiprüfung wird nicht abgeschafft

ST.GALLEN. Wer im Kanton St.Gallen in eine Mittelschule will, muss auch künftig eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Nach heftiger Kritik gegen ein Empfehlungssystem hält der Erziehungsrat am alten Modus fest.

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Brüten über der Aufnahmeprüfung. (Archivbild: Reto Martin)

Brüten über der Aufnahmeprüfung. (Archivbild: Reto Martin)

In die Kanti ohne Prüfung: Mit dieser Idee wollte der St.Galler Erziehungsrat das Aufnahmeverfahren für den Besuch der Mittelschulen «verschlanken». Im August dieses Jahres präsentierte der Rat einen Bericht, in dem das Prüfungssystem als ineffizient bezeichnet wurde. Die Aufnahmeprüfung sei unnötig, da sich die Resultate in den meisten Fällen mit den Empfehlungen der Seklehrer deckten, schrieb der Erziehungsrat. Deshalb plädierte er dafür, dass künfitg eine Lehrer-Empfehlung ausreichen soll.


Deutsch, Französisch, Mathe
Nun aber macht der Erziehungsrat eine Kehrtwende. Die Kantiprüfung wird nicht abgeschafft, die Zuweisung durch Lehrerinnen und Lehrer wird nicht eingeführt. Zu diesem Schluss kommt der Erziehungsrat nach einem Vernehmlassungsverfahren, das «auf grosses Interesse» gestossen sei, schreibt die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. «Nach Abwägen aller vorgebrachten Argumente ist der Erziehungsrat zur Überzeugung gelangt, auch künftig an einer obligatorischen Aufnahmeprüfung festzuhalten. Daneben kann wie bisher die Empfehlung der Sekundarlehrperson als Aufnahmekriterium in die Mittelschule beigezogen werden.» Massgebend bleiben weiterhin die Leistungen in Deutsch, Französisch und Mathematik.

Latein-Prüfung wird abgeschafft
Dennoch will der Erziehungsrat das Aufnahmeverfahren vereinfachen. Mündlich geprüft wird nur noch, wer in der schriftlichen Gymi-Prüfung ein gewisses Punktetotal nicht erreicht hat. Zudem werden die zusätzlichen Eignungsabklärungen für Musik und Gestalten sowie die Aufnahmeprüfung Latein abgeschafft.

Prüfungstermin verschieben
Keine Änderung gibt es beim Termin für die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium. Sie findet weiherhin im März statt. Allerdings wird die Aufnahmeprüfung für die Fach- und Wirtschaftsmittelschule von Februar auf September vorverlegt. «Grund für die Verschiebung ist, dass die Kandidatinnen und Kandidaten heute aufgrund des späten Prüfungszeitpunktes im Fall eines negativen Ergebnisses kaum mehr Zugang zu angemessenen Alternativen haben», heisst es in der Medienmitteilung weiter. (sg/sg)

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