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KANTERNIEDERLAGE: Nicht nach Plan gelaufen

Der FC Steinach, daheim in den ersten sechs Saisonspielen unbesiegt, verliert das 2.-Liga-Derby gegen Rorschach mit 0:7. Steinachs Mittelfeldspieler Manuel Bellini sagt: «Wir haben den Kopf hängen lassen.»
Beni Bruggmann

Beni Bruggmann

sport

@tagblatt.ch

Manuel Bellini spielt in seiner Freizeit Fussball beim FC Steinach. Im Beruf als Thurgauer Kantonspolizist ist er es gewohnt, Befragungen durchzuführen. Jetzt, nach der schlimmen Niederlage gegen Rorschach, sind die Rollen getauscht. Nun wird er befragt. Es ist nicht angenehm, nach einem 0:7 Auskunft zu geben. Man spürt, dass er im Inneren aufgewühlt, enttäuscht ist. Auf der Spielerbank kommt er sich vor wie auf einer Anklagebank. Aber seine Antworten sind ausgewogen, präzise, überlegt. Da sitzt einer, der es gewohnt ist, auch in schwierigen Situationen klaren Kopf zu bewahren. Matthias Klingenstein, Roger Scherrer und David Angehrn, drei Teamstützen, die gegen Tägerwilen gefehlt haben, kehren ins Team zurück. Damit ist Steinach deutlich stärker und darf auf den nächsten Heimsieg hoffen. Das ist Plan A. Er geht nicht auf, bei Halbzeit führt Rorschach mit 2:0. In der Pause erinnert Bellini an das Vorrundenspiel gegen den gleichen Gegner, als Steinach in den letzten Minuten einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg verwandelt. In der Nachspielzeit schiesst Bellini damals das Siegtor. Also gilt für die zweite Halbzeit Plan B: «Wir holen diesen Rückstand auf.» Aber auch Plan B klappt nicht. Statt einer Aufholjagd gibt es eine Demütigung.

Nach der Pause kein Team mehr

«Die erste Halbzeit war noch akzeptabel und durchaus ausgeglichen», blickt Bellini zurück. Der Freistoss des Linksfusses streift in der 24. Minute die Latte, sein kluger Pass kurz vor der Pause verhilft Roger Scherrer zu einer guten Chance, doch die Tore schiessen die Gäste. «In der zweiten Halbzeit fehlte es an allen Ecken und Enden. Wir haben den Kopf hängen lassen. Wir waren kein Team mehr», sagt er deutlich. Er sucht den Grund für die Niederlage nicht beim jungen Ersatztorhüter Sebastian Etter, der zu seinem ersten Einsatz kommt, weil Standardtorhüter Luca Alder in den Ferien weilt.

In den ersten beiden Spielen dieses Jahres gegen Arbon (3:3) und Tägerwilen (4:3-Sieg) schiesst Bellini vier Tore, in jedem Match zwei, alle vier auf Penalty. Er erinnert sich: «Bei den D-Junioren habe ich einmal einen Elfmeter verschossen und es dann lange nicht mehr versucht. Vor zwei Jahren habe ich wieder einen Strafstoss geschossen – und getroffen. Seither habe ich jeden ins Tor gebracht. Elfmeterschiessen kann man nicht trainieren, das ist Kopfsache.» Am Elfmeterpunkt steht mit Bellini einer, der es gewohnt ist, auch in schwierigen Situationen klaren Kopf zu bewahren.

Arbeit in der Schweiz gefunden

Bellinis stammen aus Italien, aus Bardolino am Gardasee. Einige Brüder, darunter auch Manuels Vater, sind in die Schweiz gezogen. Hier haben sie Arbeit gefunden und Fussball gespielt. Heute noch treffen sich die «Auswanderer» und ihre Nachkommen einmal im Monat zum Spaghetti­essen. Auch Manuel ist an diesen Zusammenkünften der Bellinis vom Bodensee gern dabei.

Aufgewachsen ist Bellini, 28-jährig, in Horn. Heute wohnt er in Roggwil, und zwar zusammen mit seiner Freundin Franzi, einer Deutschen, die er schon lange kennt, und mit ihren gemeinsamen Kindern Valentina (4) und Elia (2). «Seit ich Franzi kenne, bin ich ruhiger geworden», sagt er. Im Mai werden die beiden heiraten. Und aus diesem Grund feiert Franzi mit ihren Freundinnen zur gleichen Zeit, als ihre Männer auf dem Fussballplatz kläglich untergehen, mit einem Frauen-Wellnesstag den Abschied vom Junggesellinnenleben. Manuel Bellinis Privatleben verläuft nach Plan. Nach der ungeplanten Kanterniederlage tut das gut.

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