Kanal gegen nasse Keller

Bei heftigen Regenfällen stehen Keller an der Egglistrasse in Abtwil regelmässig unter Wasser. Nun kommt eine neue Wohnüberbauung hinzu. Deshalb sollen bald neue Kanäle gebaut werden.

Johannes Wey
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Gegenüber der VBSG-Haltestelle St. Josefen wird hinter der Mauer ein Retentionskanal gebaut. (Bild: Urs Bucher)

Gegenüber der VBSG-Haltestelle St. Josefen wird hinter der Mauer ein Retentionskanal gebaut. (Bild: Urs Bucher)

ABTWIL. Die Kanalisation rund um die Egglistrasse in Abtwil stösst an ihre Grenzen. Bei starken Regenfällen sind überflutete Keller in der Nachbarschaft keine Seltenheit. Ein Rückstau in den Leitungen sorgt dafür, dass das Oberflächenwasser nicht mehr abfliessen kann. Und noch in diesem Sommer sollen mit der Überbauung Eggli sieben Mehrfamilienhäuser hinzukommen. Grund genug, mit einem neuen Kanal für Meteorwasser Abhilfe zu schaffen. Schon deshalb, weil der Generelle Entwässerungsplan der Gemeinde (GEP) in diesem Gebiet die Umstellung vom Mischwasser- auf das Trennsystem vorschreibt. Das heisst, dass künftig das saubere Regenwasser separat vom Abwasser ab- und in den Farnenbach eingeleitet wird. Die Bürgerversammlung hat das zwei Millionen Franken teure Projekt Ende März einstimmig angenommen. Nun liegen die Pläne auf, die Einsprachefrist dauert noch bis zum 22. Juli. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten im August aufgenommen werden.

Wasser zurückhalten

Kernstück des Projekts ist laut Thomas Meyer, Leiter Tiefbau der Gemeinde Gaiserwald, ein Retentionskanal bei der VBSG-Endstation St. Josefen. «Der Kanal wird einen Durchmesser von zwei Metern haben. Damit können wir das Wasser zurückhalten und dosiert in den Farnenbach leiten», sagt Meyer. So soll verhindert werden, dass der Bach bei starken Regenfällen über die Ufer tritt.

Doch nicht nur der Retentionskanal trägt dazu bei, dass dem Gebiet ein Spätsommer mit vielen Baustellen bevorsteht. Denn gleichzeitig werden auch diverse Werkleitungen erneuert. Und einige der Liegenschaften, welche direkt an der Egglistrasse liegen, sollen wenn möglich gleichzeitig mit dem Bau des Kanals angeschlossen werden. Die Kosten dafür werden die Grundeigentümer zu tragen haben.

Geld aus Spezialfinanzierung

Die zwei Millionen Franken, die für den Bau des Meteorwasserkanals nötig sind, werden laut Gemeindepräsident Boris Tschirky der Spezialfinanzierung für Abwasserbeseitigung entnommen. «Für solche Bauprojekte werden immer entsprechende Reserven gebildet», erklärt Tschirky. Diese würden über die Anschlussgebühren finanziert. «Dass der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Abwassergebühren angepasst hat, hängt aber nicht unmittelbar mit diesem Projekt zusammen», sagt Tschirky.

Ungünstiger Boden

In Abtwil herrschen laut Thomas Meyer weniger günstige Rahmenbedingungen für das Ableiten von Meteorwasser als anderswo. Im Gewässerschutzgesetz sei vorgesehen, dass man Regenwasser wenn möglich im Boden versickern lassen soll, was auch wesentlich geringere Kosten verursachen würde. «Unser Boden besteht aber vorwiegend aus Nagelfluh, Mergel und Lehm und ist praktisch nicht versickerbar. Deshalb müssen wir den Kanal bauen», sagt Meyer. Die Bauarbeiten dazu werden voraussichtlich im Sommer 2014 abgeschlossen sein.