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KAMPFWAHL: Der Einheimische gegen den Auswärtigen

Der einheimische CVP-Mann Daniel Lehmann gegen den parteilosen Wolfgang Giella aus Chur: Das ist die Ausgangslage vor dem zweiten Wahlgang am 28. Januar ins Stadtpräsidium von Gossau. Es wird ein enges Rennen geben.
Daniel Lehmann und Wolfgang Giella (rechts) schenken sich nichts. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Lehmann und Wolfgang Giella (rechts) schenken sich nichts. (Bild: Urs Bucher)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Alex Brühwiler tritt Ende Mai als Stadtpräsident von Gossau zurück. Der parteilose Politiker wird dann mehr als 17 Jahre im Amt gewesen sein. Seine Demission gab Brühwiler bereits im April 2017 bekannt. Er tat dies so früh, um den politischen Parteien der viertgrössten St.Galler Stadt Klarheit zu verschaffen bei der Regelung seiner Nachfolge, wie er sagte. Die frühe Bekanntgabe seines Rücktritts stand aber auch in Zusammenhang mit der Demission von Stadtrat Stefan Lenherr (CVP). Der Vorsteher der städtischen Departemente Bau, Umwelt und Verkehr hatte den Pickel vier Monate nach Beginn der laufenden Legislatur aus beruflichen Gründen hingeworfen. An seine Stelle wurde am 26. November im ersten Wahlgang Claudia Martin (SVP) in den Stadtrat gewählt. Die Kantonsrätin lag mit ihrem Resultat gerade einmal zwei Stimmen über dem absoluten Mehr. Diese Hürde schaffte im ersten Durchgang bei der Wahl ins Stadtpräsidium niemand. Vier Männer waren angetreten: Daniel Lehmann (CVP), Wolfgang Giella, Max Brunner und Bruno Egli (alle parteilos).

Der Auswärtige düpierte die CVP

Mit 2312 Stimmen machte Wolfgang Giella das beste Resultat. Er wohnt mit seiner Familie in Chur, arbeitet als Leiter der Bibliothek der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur und hatte bis vor wenigen Wochen keine Berührungspunkte mit Gossau. Eine überparteiliche Findungskommission aus SVP, FDP, SP und FLiG (Freie Liste Gossau) hob ihn als Kandidat auf den Schild, um den Gossauerinnen und Gossauern eine Alternative zum CVP-Kandidaten Daniel Lehmann zu bieten. Lehmann holte im ersten Wahlgang 331 Stimmen weniger als Giella – das war eine Überraschung. Es dauerte bis circa Mitte Advent, bis die CVP Gossau-Arnegg bekannt gab, nochmals mit Daniel Lehmann anzutreten. Der Unternehmer sagte, er sei enttäuscht gewesen, habe sich zuerst sortieren müssen. Jetzt gibt Lehmann Vollgas mit einer aufgefrischten Kampagne («Ein Gossauer für Gossau»), mit übergrossen Plakaten und der Nennung von gut 400 Unterstützern.

Der 50-jährige Unternehmer Lehmann ist als ehemaliger Gewerbevereinspräsident Teil des Gossauer Establishments. Mit der Kandidatur Giellas wollen die anderen Parteien das seit Jahrzehnten dauernde Machtgefüge in Gossau auseinanderbrechen: Sie möchten frischen Wind. Ob der 52-jährige Bündner den Einheimischen auch am 28. Januar hinter sich lassen kann, ist offen.

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

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