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Kampf um Poststellen beginnt

Ein Komitee will verhindern, dass die Post eine Filiale in der Stadt schliesst und drei weitere zu Agenturen umwandelt. Dazu lanciert es eine Petition. Ausserdem verlangt die Gruppe vom Stadtrat Auskunft über die Gespräche mit der Post.
David Gadze
Die Pläne der Post, ihr Filialnetz umzukrempeln, werden von Helena Graf, Dominik Dietrich und Martin Boesch (von links) nicht goutiert. (Bild: Ralph Ribi)

Die Pläne der Post, ihr Filialnetz umzukrempeln, werden von Helena Graf, Dominik Dietrich und Martin Boesch (von links) nicht goutiert. (Bild: Ralph Ribi)

Die Pläne der Post, in der Stadt St. Gallen eine Poststelle zu schliessen und drei weitere in Agenturen umzuwandeln, stossen auf Widerstand: Vergangene Woche wurde das Komitee «Unsere Post muss bleiben!» gegründet. Dieses besteht aus Vertretern der Gewerkschaft Syndicom, des städtischen Gewerkschaftsbunds, der betroffenen Quartiervereine, des Vereins «Wohnliches St. Georgen» sowie von SP und Juso.

Petition für Poststellenerhalt

Das Komitee wolle das geplante Vorgehen – von dem man aus den Medien erfahren habe – «massiv bekämpfen», sagte Dominik Dietrich, Regionalsekretär der Syndicom und Präsident des Gewerkschaftsbundes, gestern vor den Medien. Es sei «inakzeptabel», dass die Stadt diskussionslos hinnehme, dass ein wichtiger Teil des Service public verschwinde. Deswegen hat die Gruppe eine Petition lanciert, die den Stadtrat dazu bewegen soll, sich «vehement» für den Erhalt der Poststellen einzusetzen.

Gerade die Filiale St. Fiden, die als eine von vier in der ganzen Schweiz ausschliesslich von Lehrlingen betreut werde, müsse bestehen bleiben. «Sonst gehen hochwertige Lehrplätze verloren», sagte Dietrich. Auch sie bedauere die Schliessung und würde die «Frische und Lebendigkeit» dieser Poststelle vermissen, sagte Helena Graf, Vorstandsmitglied des Quartiervereins St. Fiden-Neudorf. Die Filiale sei gerade für die im Silberturm und im Einkaufszentrum Grossacker ansässigen Geschäfte wichtig, nicht zuletzt wegen der Postfächer.

«Enormer Service-Abbau»

Dieses Problem stelle sich in den anderen Quartieren ebenfalls, sagte Martin Boesch, SP-Stadtparlamentarier und Präsident des Quartiervereins St. Georgen. Man müsse den Arbeitsplätzen und Geschäften in den Quartieren Sorge tragen. Stossend und zynisch sei die Aussage von Stadtpräsident Thomas Scheitlin, die geplanten Massnahmen würden «keine Verschlechterung des Angebots» darstellen. «Denn die Pläne der Post stellen einen enormen Abbau der Dienstleistungen dar. Eine Agentur ist keine Poststelle.»

Stadtrat soll sich äussern

Auf Anfrage habe es geheissen, der Inhalt der Gespräche zwischen dem Stadtrat und der Post seien geheim, sagte Boesch. In einem parlamentarischen Vorstoss will er nun vom Stadtrat verlangen, Auskunft darüber zu erteilen, wie die Verhandlungen mit der Post abgelaufen sind. Die Stadt habe die Aarhus-Konvention unterschrieben. Diese verpflichte die Behörden, sämtliche öffentlichen Vorgänge der Bevölkerung transparent zu kommunizieren. Die Gemeindeordnung schreibe ausserdem vor, in Belangen, die ein Quartier besonders betreffen, die dortige Bevölkerung angemessen einzubeziehen. «Wir wollen, dass der Stadtrat auf seinen Entscheid zurückkommt, die Quartiere konsultiert, mit der Post erneut verhandelt und das Optimum herausholt», sagte Boesch.

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