Kampf gegen Antenne

Seit 2013 ist in Engelburg eine Mobilfunkantenne geplant. Die Gemeinde gab zwar grünes Licht, Anwohner legten daraufhin Rekurs ein. Ein nächster Entscheid soll bald folgen.

Angelina Donati
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Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses an der St. Gallerstrasse in Engelburg soll die Mobilfunkantenne gebaut werden. (Bild: Urs Bucher)

Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses an der St. Gallerstrasse in Engelburg soll die Mobilfunkantenne gebaut werden. (Bild: Urs Bucher)

ENGELBURG. Das Thema Mobilfunkantenne ist heikel und sorgt nicht selten für rote Köpfe. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort «gesundheitsgefährdend». Möglichst keine Auskünfte geben, die dann falsch interpretiert oder sogar umgewälzt werden könnten, ist wohl die Devise des einen oder anderen Telekommunikationsanbieters. Entsprechend zurückhaltend gibt sich Sunrise zum aktuellen Stand der Antenne in Engelburg.

Datenvolumen verdoppelt sich

Die unverbindliche und allgemeingültige Stellungnahme der Sunrise-Medienstelle: «Die Mobilfunknetze müssen laufend optimiert und ausgebaut werden, da die Bevölkerung und die Wirtschaft immer mehr Mobilfunkdienste nutzen.» Das Datenvolumen auf dem Mobilfunknetz verdopple sich jedes Jahr, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Verbreitung von Smartphones. Auf die Frage, ob es denn rund um die St. Gallerstrasse 48 in Engelburg, dort, wo die Mobilfunkantenne auf ein Mehrfamilienhaus zu stehen kommen soll, heute ein Funkloch gebe, hat Sunrise keine Antwort. Zum laufenden Beschwerdeverfahren werde aktuell keine Auskunft gegeben, heisst es.

«Kriegskässeli» füllen

Dabei peilt Sunrise diesen Standort seit nun mehr als zwei Jahren an. Bereits im Juni 2013 wurde der Gemeinde Gaiserwald das Baugesuch eingereicht. Dann aber war lange Zeit Funkstille – wortwörtlich. Wie so oft verzögerten Einsprachen von besorgten Anwohnern das Bauvorhaben für die Mobilfunkantenne. Ein öffentlicher Informationsanlass der Gemeinde Gaiserwald im Februar dieses Jahres brachte die beiden Parteien an «einen Tisch» (Tagblatt vom 26. Februar). Ziel war es, zu schlichten und zu informieren. Die Bedenken bezüglich gefährlicher Strahlung hätten aus dem Weg geräumt werden und einige Einsprecher umgestimmt werden sollen. Zumindest erhoffte sich dies die Gemeinde.

Allerdings war genau das Gegenteil der Fall. Die Stimmung war hitzig und die aufgebrachten Anwohner konnten kaum besänftigt werden. Bereits damals verkündete einer von ihnen, dass sie das «Kriegskässeli» füllen würden. Sollte die Gemeinde die Baubewilligung des Telekommunikationsanbieters gutheissen, würden sie beim Kanton Rekurs einreichen, so die Wortmeldung eines Anwohners.

Grenzwerte überprüfen

Leere Worte waren es nicht. Als vor gut drei Monaten Gaiserwalds Baukommission das Bauprojekt bewilligte, wurden sogleich auch zwei Rekurse beim kantonalen Baudepartement eingereicht. Einer davon ist von 13 Parteien unterschrieben. Nun wird der ohnehin schon länger andauernde Prozess weiter abgewartet. Derweil überprüft das Amt für Umwelt und Energie die Beanstandungen von Anwohnern. Etwa auf den Umstand, ob die Grenzwerte der Strahlung tatsächlich nicht eingehalten würden.

Fall nicht abgeschlossen

Noch vor Weihnachten soll der Bericht voraussichtlich vorliegen, wie das kantonale Baudepartement auf Anfrage sagt. Zu welchem Entschluss das Amt dann auch kommen mag: Sicher ist vorderhand erst, dass die Einsprecher wie auch Sunrise den Entscheid anfechten und abermalig an die nächsthöhere Instanz, an das Verwaltungsgericht, weiterziehen können.