Kameras nur als Möglichkeit

Dass er Überwachungskameras einsetzen und dem privaten Sicherheitsdienst mehr Befugnisse geben kann: Das schlägt der Stadtrat vor für mehr Ordnung und Sicherheit in Rorschach. Es klingt nach wenig, öffnet aber ein weites Feld.

Drucken
Teilen

Dass er Überwachungskameras einsetzen und dem privaten Sicherheitsdienst mehr Befugnisse geben kann: Das schlägt der Stadtrat vor für mehr Ordnung und Sicherheit in Rorschach. Es klingt nach wenig, öffnet aber ein weites Feld.

Wer nachts durch Rorschach geht, muss sich nicht unsicher fühlen, ist meistens nur einsam. Die Stadt hat bisher kein Sicherheitsproblem. Es gibt Gerangel, Beschädigungen, Dreck und Lärm. Darüber entrüstet sich die Bevölkerung zu Recht.

Die CVP griff das vor eineinhalb Jahren auf mit dem Antrag, Kameras und mehr Sicherheitsleute zu prüfen. Die SP lehnt diese Neuerungen ab. Erst jetzt, nachdem Verwaltung und Stadtrat ein Reglement erarbeitet haben, und im Rahmen von Sticheleien gegen den Stadtrat, was SP-Leute derzeit intensivieren. Das gehört zwar zur Politik. Freiheit und Sicherheit der Bürger eignen sich aber nicht für Geplänkel.

Was in Rorschach geschieht, rechtfertigt mehr Sicherheitsleute. Aber nicht, alle Bürger zu überwachen. Das kann sich jedoch ändern. Wer zur Sache beitragen will, akzeptiert das Reglement mit der Kann-Formel und achtet darauf, dass der Stadtrat erst bei dringendem Bedarf Kameras einsetzt. Wer auffallen will, zieht das Thema weiter mit dem Referendum, kann so Skepsis gegen «die da oben» nutzen. Um den Preis, Leute zu stärken, die nach mehr Repression rufen.

Ein Ja der Bürger zu «kann» – was zu erwarten ist – könnten diese umdeuten als Auftrag, schon ohne Not und dauernd Kameras einzusetzen. Fritz Bichsel

f.bichsel@tagblatt.ch