Kaltbrunn - Erster evangelischer Märtyrer der Schweiz

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Der Pfarrer Josef Kaiser, auch bekannt als Josef Schlosser, verkündete in Kaltbrunn und Tuggen den neuen Glauben. Die altgläubige Schwyzer Obrigkeit, die damals über das ganze Linthgebiet herrschte, wollte sich damit nicht abfinden, verhaftete Kaiser und liess ihn nach Schwyz überführen. Das reformierte Zürich legte Protest ein und verlangte ein ordentliches Gerichtsverfahren in Uznach. Dagegen wehrte sich Schwyz. Beide Parteien beharrten darauf, der Prediger sei auf ihrem Hoheitsgebiet festgenommen worden und deshalb der eigenen Rechtssprechung unterstellt. Zürich drohte mit Militärintervention. Dennoch wurde Josef Kaiser in Schwyz durch ein Volksgericht verurteilt und am 29. Mai 1529 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er wurde damit – neben dem Zürcher Niklaus Hottinger – zum ersten evangelischen Märtyrer der Schweiz. Kurze Zeit später stehen sich ein reformiertes und ein katholisches Heer gegenüber. Der erste Kappeler Landfriede wird allerdings kampflos geschlossen und mit dem Versöhnungsessen, der Kappeler Milchsuppe, besiegelt. (hrt)

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