KÄUFER BETROGEN: Betrug, Urkundenfälschung, Tierquälerei: St.Galler Schweinemäster verurteilt

Die Liste der Straftaten eines Schweinemästers aus dem Linthgebiet ist lang. Nun erhält der 49-Jährige dafür die Quittung. Das St.Galler Kantonsgericht verurteilt den Mann zu einer bedingten Freiheits- und Geldstrafe.

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Schweine auf dem Weg zum Schlachthof: Der angeklagte Schweinemäster soll auch kranke und verletzte Tiere verkauft haben (Symbolbild). (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

Schweine auf dem Weg zum Schlachthof: Der angeklagte Schweinemäster soll auch kranke und verletzte Tiere verkauft haben (Symbolbild). (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

In erster Instanz war der Schweinemäster vom Kreisgericht See-Gaster in diversen Punkten freigesprochen worden. Das St.Galler Kantonsgericht jedoch sieht die Sache ganz anders: Gewerbsmässiger Betrug, mehrfache Urkundenfälschung respektive Anstiftung dazu und mehrfache Tierquälerei werden dem gelernten Käsermeister zur Last gelegt.

Die Strafkammer sieht es als erwiesen an, dass der Beschuldigte sich mit seinem Verhalten bereichert, seine Abnehmer geschädigt und seine Tiere vernachlässigt habe. Zwischen Januar 2007 und Mai 2009 hatte der 49-Jährige laut Anklage über 9000 Mastschweine unter dem Label "QM-Schweizer Fleisch" verkauft , obwohl diese Tiere aus nicht zertifizierten Betrieben stammten. Der Mäster soll auf diese Weise Mehrerlöse von über 100'000 Franken erzielt haben. Neben Betrug und Urkundenfälschung warf die Anklage dem Mäster auch Tierquälerei vor. Einige Schweine sollen bei der Anlieferung an die Schlachthöfe Verletzungen, abgebissene Schwänze und Zeichen von Vernachlässigung aufgewiesen haben. Der Angeklagte jedoch wies jede Schuld von sich: Er habe diese Tiere von anderen Betrieben so übernommen.

Das Kantonsgericht hat den gelernten Käser aufgrund der verschiedenen Straftaten nun zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie zu einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 9600 Franken verurteilt. Zudem muss er dem Staat eine Ersatzforderung in Höhe von über 87'000 Franken bezahlen. Bestraft wird auch ein ehemaliger Mitarbeiter des Schweinemästers, welcher seinem Chef geholfen hatte: Er erhält eine bedingte Geldstrafe in Höhe von 29'700 Franken.

Der Entscheid des St.Galler Kantonsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. (red./sda)