Käse im alten Schweinestall

WITTENBACH. 116 Jahre alt ist die Genossenschaft Käserei Linden. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurde gestern ein neuer Laden eröffnet, im Januar folgt ein Raclettestübli für 100 Personen.

Corinne Allenspach
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Heinz Fraefel, Betriebsleiter der Säntis-Käserei Linden, und Verkäuferin Brigitte Signer präsentieren eigene Käsespezialitäten im neuen Laden. (Bild: Ralph Ribi)

Heinz Fraefel, Betriebsleiter der Säntis-Käserei Linden, und Verkäuferin Brigitte Signer präsentieren eigene Käsespezialitäten im neuen Laden. (Bild: Ralph Ribi)

WITTENBACH. Dass Schweineställe durchaus gemütlich sein können, zeigte sich gestern an der Dottenwilerstrasse. Bei Wein und Käsehäppchen stiessen Genossenschafter und Verantwortliche der Käserei Linden mit Gemeindepräsident Fredi Widmer auf den neuen Säntis-Chäs-Laden an.

Umsatz verdreifachen

Die Ladeneröffnung ist nach der Einweihung des neuen Käsekellers für 32 000 Laib Käse im vergangenen Juni ein weiterer Meilenstein in der 116jährigen Geschichte der Käserei-Genossenschaft. Früher sei der Laden mehr so nebenbei betrieben worden, sagte Heinz Fraefel, Betriebsleiter der Käserei. Ziel sei es nun, den Umsatz mindestens zu verdreifachen. «Wir rechnen mit 300 000 bis 500 000 Franken pro Jahr.»

Lange habe man überlegt, ob die alte Futterküche, in der früher für 500 Schweine gekocht wurde, der ideale Ort für einen Chäsladen sei. Wenn er sich jetzt umschaue, sei es die richtige Entscheidung gewesen. «Wir wollten den Laden möglichst gemütlich gestalten, aber auch den Charakter des Gebäudes erhalten.» Im neuen Laden wird das breite Sortiment der Säntis-Käserei Linden verkauft, ergänzt durch ausgewählte Spezialitätenkäse, «die man beim Grossverteiler nicht erhält», wie Fraefel betonte. Zusätzlich wird Catering angeboten. Geöffnet ist der Laden Dienstag bis Samstag jeweils von 9 bis 11 Uhr, freitags auch von 16 bis 18.30 Uhr.

Gestern wurde zudem Dölf Fecker feierlich verabschiedet, dessen Grossvater Adolf Fecker 1895 die Initiative zur Gründung der Käsereigenossenschaft ergriffen hatte. Dölf Fecker engagierte sich 30 Jahre lang für die Genossenschaft, davon 18 Jahre als Präsident. Kürzlich hat Albert Etter, ehemaliger Wittenbacher Gemeindepräsident, diese Aufgabe übernommen. Etter würdigte Dölf Feckers grosse Verdienste in einer seiner gewohnt pointierten Reden. Die Krönung von Feckers Präsidialzeit sei die Neufinanzierung des Betriebs mit Statutenänderung gewesen. Neu haften die neun Genossenschafter nicht mehr solidarisch mit 400 000 Franken. «Das brachte für die Mitglieder eine gewaltige Entlastung, ja eine Erlösung», sagte Etter.

Reservieren im Raclettestübli

Noch geheimnisvoll gab sich Etter, was das neue Raclettestübli für 100 Personen angrenzend an den Laden betrifft. Dieses wird offiziell Mitte Januar eröffnet. Ab Februar ist es jeden Samstag ab 17 Uhr geöffnet, an anderen Tagen auf Anfrage. Reservationen sind bereits möglich unter info@saen tis.ch oder Telefon 071 298 34 43.