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JUNGTALENT: Website ebnet Weg nach China

Raphael Prader hat sich einen von wenigen Plätzen für eine Forschungsreise nach China ergattert. Der Abtwiler setzte sich gegen Studenten aus der ganzen Schweiz durch. Und punktete mit einem Kunstgriff.
Noemi Heule
Raphael Prader zeigt seine Webseite, die ihm eine Forschungsreise nach China ermöglicht. (Bild: Urs Bucher)

Raphael Prader zeigt seine Webseite, die ihm eine Forschungsreise nach China ermöglicht. (Bild: Urs Bucher)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Nein, die Koffer seien noch nicht gepackt, sagt Raphael Prader zwei Tage, bevor sein Flugzeug in Richtung China abhebt. Dabei muss er vieles einpacken; unter anderem gehört ein Anzug zwingend ins Gepäck. Denn es soll keine Ferienreise werden ins Reich der Mitte. Der 22-Jährige wird dort unter anderem eine Präsentation halten vor Führungskräften des Technologiekonzerns Huawei.

Der Student aus Abtwil hat einen von wenigen Plätzen für eine zehntägige Forschungsreise nach China ergattert, die das chinesische Unternehmen an Studenten aus der ganzen Schweiz vergab. Angehörige von sieben Universitäten und Fachhochschulen konnten sich bewerben. 16 von ihnen erhielten die Zusage. Darunter Raphael Prader. Der Student der ZHAW Winterthur punktete mit einer eigenwilligen Bewerbung.

Banges Warten auf Zusage

Ein PDF sollten jene Studenten einreichen, die sich für die Forschungsreise bewerben wollen. So lautete die Vorgabe von Huawei. Eine strikte Auflage, die wenig Spielraum lässt für Kreativität. Raphael Prader gelang es dennoch, ihr ein Schnippchen zu schlagen. Neben Lebenslauf und Motivationsschreiben schrieb er in grossen Lettern eine Internetadresse auf die Titelseite des Dokumentes: raphaelforhuawei.com. Auf der Webseite platzierte er ein Video, das ihn selbst vor der Niederlassung in Zürich zeigt.

Mit Spannung erwartete der 22-Jährige das Ende der Bewerbungsfrist ab. Auf der Webseite konnte er derweil verfolgen, wer auf die Seite zugriff. Als er eine chinesische IP-Adresse erblickte, wusste er, dass seine Botschaft angekommen war. Es vergingen jedoch Wochen, bis er die Zusage erhielt. Mittlerweile hat er seine Reisegefährten an einem Kick-off-Event in Bern kennen gelernt, an dem Bundesrat Schneider-Amman die Jungtalente persönlich begrüsste.

Die Internetseite war nicht die erste, die Prader programmierte. Wie viele es insgesamt waren, daran kann er sich nicht erinnern. «Es müssen unzählige sein», sagt er. Nach der Sekundarschule in Abtwil schloss er in Romanshorn und Zürich eine Lehre zum Mediamatiker ab. Anschliessend sammelte er Arbeitserfahrung in der Zürcher Werbebranche, bevor er sich für ein Studium der Wirtschaftsinformatik einschrieb. Nebenbei arbeitet er seither selbstständig als Web­developer und bietet seine Kenntnisse als Freelancer an. Die Informatik ist Job, Studium und Hobby zugleich. So hat er sich kürzlich auf eigene Faust die Programmiersprache von Apple beigebracht. «Man kann mich für alles begeistern, was einen Bildschirm hat», sagt er. Nach seiner Chinareise steht bereits der nächste Langstreckenflug an. Mit einem Besuch im Silicon Valley in Kalifornien erfüllt er sich einen lang gehegten Traum.

China versus Kalifornien

Zuvor jedoch stattet er in China der Stadt Shenzhen einen Besuch ab. Die Stadt gilt als chinesisches Pendant des Silicon Valley. Nervös sei er nicht, sagt Prader. «Eher positiv freudig gestimmt.» Er ergänzt: «Ich bin gespannt auf die Atmosphäre in der Technologie-Hochburg.» Neben Shenzhen wird er in Hongkong und Peking vorbeischauen sowie einen kurzen Abstecher zur chinesischen Mauer unternehmen. Raphael Prader war zuvor noch nie in China, genausowenig in den USA: «Ich bin gespannt, inwiefern sich die beiden Kulturen unterscheiden.»

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