Jungpartei fordert härtere Strafen

Die Jungfreisinnigen des Kantons St. Gallen lancieren eine Petition gegen Jugendgewalt. Gewalttätige Jugendliche sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

Katrin Meier
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St. Gallen. «Mein eigener Bruder wurde von einer Gang Jugendlicher mit gezückten Messern ausgeraubt», sagt Vincenz Rentsch, Präsident der St. Galler Jungfreisinnigen. «Die Polizei sagte, sie wüssten zwar, wer es gewesen sei, aber das reiche nicht für strafrechtliche Massnahmen. Das darf nicht sein.»

Jugendstrafrecht verschärfen

Bereits seit letztem Sommer planen die Jungfreisinnigen gegen das Problem der Jugendgewalt vorzugehen.

Jetzt lancieren sie die Petition «Jugendgewalt stoppen» mit dem Ziel, das Jugendstrafrecht zu verschärfen, denn die Gewaltbereitschaft habe in der letzten Zeit ein untragbares Ausmass angenommen.

Die Hemmschwelle vor schweren Delikten sei extrem gesunken, sagt auch Generalsekretärin Jasmin Wehlitz. Es werde spasseshalber geprügelt und provoziert.

Sie selbst werde im Ausgang oft angepöbelt und müsse mitansehen, wie bei Auseinandersetzungen schnell Waffen ins Spiel kommen. Grund für die erhöhte Gewaltbereitschaft sei, dass Straftaten von Jugendlichen kaum rechtliche Konsequenzen haben, sagen die Jungpolitiker.

Daher fordern sie, dass unbelehrbare Jugendliche, die Straftaten wie Mord oder Vergewaltigungen begehen, dem Erwachsenenstrafrecht unterstellt werden.

Das Strafmass soll erhöht werden und öffentliche Institutionen, allen voran Schulen, sollen Einsicht in die Akten von kriminellen Schülern erhalten. Persönliche Einsätze in Altersheimen oder beim Putzen von Strassen sollen Geldbussen ersetzen.

WC-Putzen statt Geldbussen

Bussen würden sowieso die Eltern der Jugendlichen bezahlen: «Eine Busse zu bekommen gilt als geil unter den Jugendlichen. Sie geben damit an», sagt Rentsch.

«Wenn jemand aber zum WC-Putzen oder sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, blufft er bestimmt nicht mehr damit.»

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