Junge müssen Zukunft mitgestalten

Bei den Regionalparteien ist man sich einig: Das Engagement junger Menschen in der Politik ist für die Zukunft unseres Landes immens wichtig. Die Mutterparteien könnten von den eingebrachten Ideen und vom Elan nur profitieren.

Rudolf Hirtl
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Joachim Huber Präsident SP Rorschach Stadt am See (Bild: Tagblatt-Archiv)

Joachim Huber Präsident SP Rorschach Stadt am See (Bild: Tagblatt-Archiv)

REGION AM SEE. Seit der Gründungsversammlung vom Samstag gibt es die Jungfreisinnigen der Region Rorschach. Der 23jährige Rorschacher Yusuf Barman ist ihr erster Präsident (Ausgabe von gestern). Raphael Frei, Präsident der FDP-Regionalpartei, begrüsst das Engagement des Nachwuchses. «Es ist wichtig und wertvoll, dass sich junge Menschen an der Gesellschaft beteiligen.» Denn eines sei klar, so Frei weiter, Politik betreffe alle. Was heute entschieden werde, würde morgen auch für die Jungen gelten. «Je mehr junge Liberale sich engagieren, desto mehr Mitsprache haben diese.» Nach Meinung des FDP-Regionalpräsidenten spielen in keinem anderen Land Jungparteien eine grössere Rolle als in der Schweiz. Die Jungfreisinnigen (JFS) hätten die Möglichkeit aufzufallen und klare liberale Positionen zu beziehen und zu vertreten.

Talent- und Themenschmiede

Der Polit-Nachwuchs ist zwar auch bei der FDP als eine eigenständige Organisation organisiert, mit einem Vertreter als Beisitzer aber auch in der regionalen Parteileitung vertreten. Jedes JFS-Mitglied ist zudem automatisch auch Mitglied der FDP. «Die Jungen sind fester Bestandteil einer Talentplanung der FDP. die Liberalen Region Rorschach. Als Talent- und vor allem auch als Themenschmiede können sie der Mutterpartei mit guten Inputs helfen. Zudem holen sie ein Wählersegment ab, das wir zurzeit nicht genügend erreichen können», räumt Frei ein.

Als ehemaliges Mitglied der JFS sei es ihm ein grosses Anliegen, die jungen Politiker zu unterstützen. Frei: «Wir freuen uns, dass wir als Team aktuelle Herausforderungen angehen können. Viele Jugendliche, und das kann ich als Schulleiter einer Oberstufe sagen, sehen den Sinn eines Engagements in der Politik nicht, weil es uns gutgeht und ein hohes Vertrauen in das System vorhanden ist. Zugleich gibt es aber einige Jugendliche, die partizipieren wollen, und das ist gut so. Es würde mich freuen, wenn die Jungfreisinnigen in der Regionen einen grossen Zulauf haben.»

Mit Elan und Charme

Joachim Huber, Präsident der SP Rorschach Stadt am See, bezeichnet es als sehr wichtig, dass sich alle Generationen, von den ganz Jungen bis zu den ganz Alten, in die Politik einbringen. Und zwar ganz generell auf allen Ebenen, nicht nur in der Region. Besonders wertvoll sei das Engagement junger Leute bei Sachfragen und politischen Themen, von denen sie besonders betroffen seien oder zukünftig sein würden. Huber: «Wir haben junge Menschen, die sich in der regionalen Parteipolitik für die SP Rorschach Stadt am See engagieren. Bekannt ist zum Beispiel Anna Viola Bleichenbacher. Aber es gibt auch andere, die im Vorstand mitarbeiten. Die ganz Jungen setzen sich oft bei den Juso ein. Dort beackern sie mit jugendlichem Elan und Charme generationenspezifische Politikfelder, der Fokus ist weniger regional.» Zudem, so Huber, würden sie das politische Handwerk lernen. Davon könne die Mutterpartei, bei der Juso-Mitglieder automatisch dabei seien, natürlich häufig profitieren.

Wichtig ist ein gesunder Mix

«Selbstverständlich ist es sehr wichtig, dass sich junge Menschen in die Politik der Region Rorschach aktiv einbringen. Es geht ja langfristig um ihre Zukunft», sagt Beat Ruckstuhl, Präsident SVP-Kreispartei Rorschach, auf Anfrage. Der gesunde Mix zwischen älteren, erfahrenen Politikern und jungen Dynamischen mache die hiesige Region stark. «Die Junge SVP des Kantons St. Gallen ist zentral und nicht in Sektionen organisiert. Unser Wahlkreis hat Manuel Wehrle aus Staad als Regionalleiter. Sie sind sehr gut strukturiert und mit Lukas Reimann bis nach Bundesbern und mit Mike Egger im Kantonsrat vernetzt.»

Nicht genug gewürdigt

Auch Laienrichterin Jana Brändli (CVP) begrüsst es, wenn sich junge Menschen in der Politik einbringen, obwohl es nicht einfach sei, sie dafür zu gewinnen. «Wir haben beispielsweise in Goldach mit Raphael Mösch einen jungen Präsidenten, was ebenso wertvoll ist wie das Engagement weiterer jüngere Leute.» Persönlich finde sie es grossartig, wenn sich Menschen politisch engagierten. «Aber es wird nicht genug geschätzt, wie alles, was selbstverständlich scheint. Erst wenn <es> fehlt, wird man sich des Wertes bewusst.»

Raphael Frei Präsident FDP Region Rorschach (Bild: pd)

Raphael Frei Präsident FDP Region Rorschach (Bild: pd)

Raphael Mösch Ortsparteipräsident CVP Goldach (Bild: pd)

Raphael Mösch Ortsparteipräsident CVP Goldach (Bild: pd)

Beat Ruckstuhl Präsident SVP Kreispartei Rorschach (Bild: pd)

Beat Ruckstuhl Präsident SVP Kreispartei Rorschach (Bild: pd)

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