Junge Marktforscher ausgezeichnet

275 Studierende der Fachhochschule St. Gallen haben sich in 60 Teams um den Young Leader Award beworben. Sechs schafften es in die Endausscheidung. Am Montag fand die Preisverleihung statt.

Claudia Schmid
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Erhielten den Award für Marktforschung: Tobias Markstaller, St. Gallen, Florian Bastadin, Affeltrangen, Martin Hagen, St. Gallen, Kaspar Staub, Amriswil (von links). (Bild: Reto Martin)

Erhielten den Award für Marktforschung: Tobias Markstaller, St. Gallen, Florian Bastadin, Affeltrangen, Martin Hagen, St. Gallen, Kaspar Staub, Amriswil (von links). (Bild: Reto Martin)

St. Gallen. Mit dem Young Leader Award zeichnet die Wissenstransferstelle der Fachhochschule St. Gallen (FHS) Praxisprojekte aus, welche Studierende für Ostschweizer Firmen erarbeiten. In der Kategorie Marktforschung erreichte das Projekt «Das Marktpotenzial der dezentralen Energieerzeugung» (für PSA AG, Au) den ersten Platz. Der zweite und der dritte Rang gingen an «Popularität von Parkett in der Schweiz» (für Bauwerk Parkett AG, St. Margrethen) und «Market Entry Analysis» (für Unisto AG, Horn).

«Frauen und Männer der Tat»

Den ersten Platz in der Kategorie Managementkonzeptionen gewann das Projekt «Marketingstrategie für Neuprodukt» (für Baumer Group, Frauenfeld). «Analyse und Anpassung der Infrastruktur auf Schloss Herdern» (für Schloss Herdern) erreichte den zweiten Rang, «Struktur- und Prozessoptimierung in der Ulrich AG» (für Ulrich AG, St. Gallen) den dritten Rang.

Rund 450 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft verfolgten die Preisverleihung in der St. Galler Tonhalle mit. FHS-Rektor Sebastian Wörwag erklärte ihnen, was einen Young Leader auszeichnet. «Sie sind nicht nur jung, sondern Frauen und Männer der Tat», betonte er. In ihrer Ausbildung lernten die Studierenden Tatkraft, Kreativität und Verantwortung in ihrer Arbeit einzusetzen. Die sechs nominierten Teams hätten besonders viel der drei Eigenschaften in ihre Projekte gesteckt.

«Mit den Praxisprojekten zeigt die FHS St. Gallen in ihrer Lehre Innovationsfreude und Pioniergeist», erklärte Regierungsrat Stefan Kölliker in seiner Begrüssungsansprache. In der Hochschullandschaft werde sie deshalb um diese Programme beneidet. Die Wissenstransferstelle der FHS St. Gallen funktioniere heute als Unternehmen im Hochschulbetrieb.

«Die Kunden, vornehmlich aus der Ostschweiz, aber inzwischen auch von Amerika bis Asien, bezahlen zwischen 8000 und 25 000 Franken für die heute nominierten Marktforschungen und Managementkonzepte von FHS-Studierenden.» Zu Recht seien die Erwartungen hoch.

200 Aufträge akquiriert

Laut Kölliker akquiriert die Wissenstransferstelle jedes Jahr 200 Aufträge für die Studierenden.

Durch den aussergewöhnlichen Praxisbezug werde das Profil der Studentinnen und Studenten auf dem Arbeitsmarkt geschärft. «Wie eine aktuelle Studie zeigt, schätzen die Arbeitgeber ihre Praxiserfahrungen aus der Lehre, aber auch ihre Selbständigkeit, ihre Fachkompetenz und ihre Einsatzbereitschaft.»

Neues Erfolgsmodell gesucht

Das Festreferat hielt Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse. Er sprach zum Thema «Die Schweiz auf der Suche nach einem neuen Erfolgsmodell».

Als Folge der Krise habe sich nicht nur die Rollenverteilung zwischen Politik und Wirtschaft verschoben, sondern auch das internationale System. Dieses konfliktreiche Umfeld fordere die Schweizer Regierung und die direkte Demokratie mit ihren vielen Veto-Spielern heraus, aber auch die Wirtschaftsakteure.