Junge Köche wie alte Hasen

Schnell und präzise werden Spargelterrine, Siedwurst und Schlorzifladen angerichtet und auf kleinen Tellern serviert. Nebenan macht sich ein junger Herr daran, Pastinaken zu schälen und zu schneiden. Die Köche müssen sich beeilen, sitzen an den Tischen doch bereits um 11.

Alessia Pagani
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Hand in Hand arbeiten die Kochlehrlinge in der Showküche. (Bild: Alessia Pagani)

Hand in Hand arbeiten die Kochlehrlinge in der Showküche. (Bild: Alessia Pagani)

Schnell und präzise werden Spargelterrine, Siedwurst und Schlorzifladen angerichtet und auf kleinen Tellern serviert. Nebenan macht sich ein junger Herr daran, Pastinaken zu schälen und zu schneiden. Die Köche müssen sich beeilen, sitzen an den Tischen doch bereits um 11.30 Uhr etliche hungrige Mäuler, deren Gaumen verwöhnt werden wollen. Aus dem Lautsprecher tönt Josef Müller-Tschirkys Stimme. Der Präsident von Gastro St. Gallen preist die letzten freien Plätze an.

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An der Offa schwingt in diesem Jahr zum ersten Mal der Nachwuchs den Kochlöffel für die Besucher. Besser gesagt, sie richten in der Showküche die vorbereiteten Speisen an. Den 16 Kochlehrlingen aus verschiedenen Betrieben aus den Kantonen St. Gallen und Appenzell stehen dieser Tage sieben Auszubildende aus dem Restaurationsfach zur Seite. Gemeinsam kredenzen sie für schlappe 24 Franken ein Vier-Gang-Menu aus Ostschweizer Spezialitäten. Dabei können die kulinarisch sowieso schon verwöhnten Offa-Besucher sogar noch zwischen mehreren Vor-, Haupt- und Süssspeisen auswählen. Erbarmen mit den jungen und noch etwas unerfahrenen Köchen? Fehlanzeige. Wie am Fliessband muss ein Gericht nach dem anderen über die Theke gehen. Und Mitleid müsste man ohnehin nicht haben. Denn wer nun denkt, dass in der «Showküche Ostschweiz» ein heilloses Chaos herrscht, der irrt gewaltig. Das junge Team arbeitet zusammen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. «Das gemeinsame Interesse am Kochen vereinfacht die Zusammenarbeit», sagt Kittiya Janthakham. Und sicherlich sind auch die beiden Trainingstage ein Grund für den reibungslosen Ablauf.

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Auf dem Menuplan steht auch der fast vergessene Schwartenmagen. Schwartenmagen, eine Ostschweizer Spezialität? Werden sich jetzt vor allem jüngere Leser denken. Früher sei dieses Gericht hier sehr beliebt gewesen, sagt Philipp Schneider, der die Lehrlinge coacht. Und offenbar ist es das noch immer. Am Mittwoch sei der Schwartenmagen rege bestellt worden. Und nicht nur er: Die Köche mussten am ersten Tag der Offa nachproduzieren, weil die Nachfrage so gross war.

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