Junge Italienerin im Interessenkonflikt

Frau Prosdocimo, weshalb haben Sie sich für das Praxisprojekt über italienische Senioren in der Stadt gemeldet?

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Larissa Prosdocimo studiert Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen

Larissa Prosdocimo studiert Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen

Frau Prosdocimo, weshalb haben Sie sich für das Praxisprojekt über italienische Senioren in der Stadt gemeldet?

Weil ich selber einen Migrationshintergrund habe. Ich bin in der Schweiz aufgewachsen, aber meine Eltern sind italienischer Herkunft. Mich hat interessiert, wie andere Familien mit dem Thema Pflegebedürftigkeit im Alter umgehen.

Haben Sie Parallelen entdeckt?

Ja, von meiner Familie kenne ich es, dass man sich nicht so gern mit dem Alter auseinandersetzt und nicht gut über Dienstleistungsangebote informiert ist.

Welches waren für Sie die erstaunlichsten Erkenntnisse aus dem Praxisprojekt?

Mich hat überrascht, wie einfach wir den Zugang zu den älteren Menschen gefunden haben. Die Leute haben sich gefreut, dass sich junge Studierende für das Thema interessieren. Überrascht hat mich auch, dass einzelne Angehörige klar geäussert haben, dass sie die Betreuung der Eltern im Alter nicht selber übernehmen möchten.

Würden Sie sich selber um Ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern wollen?

Ich bin aufgewachsen mit dem Gedanken, dass die Familienmitglieder für einander sorgen sollen. Aber ich möchte auch Karriere machen und eine eigene Familie gründen. Für die Pflege meiner Eltern würde ich daher auf die öffentlichen Angebote zurückgreifen. (jhe)

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