Junge Arbeitslose unterstützen

Der Stadtrat will die Eingliederung arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener in den ersten Arbeitsmarkt fördern. Er erwägt die Gründung einer «Stiftung für <Jugendarbeit>».

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Die steigende Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Platz St. Gallen bereitet sowohl dem Stadtrat wie dem Stadtparlament Sorgen. Die städtische Exekutive will nun handeln: Sie beantragt dem Parlament die Erheblicherklärung eines Postulats zu diesem Thema. Damit will sich der Stadtrat den Auftrag erteilen, ein Konzept zur Schaffung einer Stiftung oder allenfalls einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft auszuarbeiten.

Erfolgsmodell Stiftung für Arbeit

Diese Institution soll ein Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramm für arbeitslose junge Menschen anbieten. Ziel müsse sein, deren Chancen für den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Dies schreibt der Stadtrat in seinem Antrag zur Erheblicherklärung des Postulats. Teil des Konzepts sei auch, die für die Stiftung notwendigen finanziellen und personellen Kapazitäten zu evaluieren.

Damit wird die Stossrichtung des im Januar von den Stadtparlamentariern Christina Fehr (SP), Susanne Gmünder (CVP), Karin Winter (SVP), Rolf Wirth (FDP) und Claudia Buess (Grüne) eingereichten Vorstosses unterstützt. Sie schreiben darin, dass die Bevölkerungsgruppe der 15- bis 24-Jährigen von der Rezession am stärksten betroffen sei. St. Gallen habe mit der Stiftung für Arbeit gezeigt, dass es «sehr erfolgreiche Wege im Umgang mit Arbeitslosigkeit» gebe. Jugendliche und junge Erwachsene würden allerdings nicht zu deren Zielgruppe gehören.

Die Parlamentarier regen an, eine der Stiftung für Arbeit vergleichbare Institution für diese Altersgruppe ins Leben zu rufen.

Anstieg bis zu 71 Prozent

Der Stadtrat teilt die Ansicht der Postulanten zur Jugendarbeitslosigkeit und liefert in seinem Antrag zudem Zahlenmaterial. Demnach hat die Zahl der Stellensuchenden zwischen 25 und 29 Jahren in der Stadt St. Gallen in der Zeit von Januar 2008 bis 2010 um 71 Prozent oder auf 485 Personen zugenommen. Bei den 20- bis 24-Jährigen beträgt die Zunahme 59 Prozent, bei den 15- bis 19-Jährigen 29 Prozent.

Ende Januar waren in der letzten Gruppe 107 Personen arbeitslos, bei der vorhergehenden 411.

Eingeräumt wird in der Vorlage auch, dass andere Städte grössere Anstrengungen als St. Gallen unternehmen, um der Jugendarbeitslosigkeit zu begegnen. Viele grösseren Städte würden eine spezialisierte Fachstelle zur Beratung Arbeitsloser führen. (kl)

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