Jummy und der Samichlaus

RORSCHACH. Tagblatt-Illustrator Jummy stellt im Stadthof vom 6. Dezember bis am 28. Februar seine Bilder aus. An der Vernissage bekam der Künstler Besuch vom Samichlaus.

Ramona Riedener
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Der Samichlaus erzählt an der Vernissage so manche Episoden über Jummy. (Bild: Ramona Riedener)

Der Samichlaus erzählt an der Vernissage so manche Episoden über Jummy. (Bild: Ramona Riedener)

Am Samstag eröffnete der Ostschweizer Illustrator Markus Brunner alias Jummy seine Ausstellung im Stadthof. Seine Bilder sind bis am 28. Februar im Restaurant und im Foyer zu sehen. Beim Stammtisch zeigt der Künstler in einer Wechselausstellung jeweils unveröffentlichte Werke. Nachdem er mit seinem Rentierschlitten in den Radar gekommen ist, Stau im Gubrist und Baregg überwinden musste und gerade noch den letzten Parkplatz in Rorschach ergattern konnte, machte der Samichlaus dem bekannten Künstler an der Vernissage seine Aufwartung.

Sein Stil hat sich verändert

Für einmal waren die Rollen vertauscht, und nicht die anderen, sondern Jummy selber stand im Rampenlicht. Nicht in Wikipedia, sondern im dicken Buch vom Samichlaus standen so manche Episoden über Jummy geschrieben. Offen, herzlich, frech war er bereits in seiner Schulzeit, als er bemalte Steinmanndli in Toggenburgertracht den kauffreudigen Touristen verkaufte. Mit dieser Einnahmequelle finanzierte der im Toggenburg aufgewachsene Künstler später sein erstes Auto. In den 40 Jahren, in denen er neben seinem Beruf als Bauführer als Kunstschaffender tätig war, hat sich sein Stil verändert.

Heute lästert er über Wichtigtuer, Politiker, nimmt Sportler auf die Schippe und erzählt humorvoll und satirisch über brandaktuelle Themen. Eine Zeichnung mit einer kurzen Überschrift genügt, um die Geschichte zu erzählen. Nach einem konzentrierten Blick verrät das Schmunzeln, dass der neutrale Betrachter die Szene verstanden hat. Ob die dargestellte Person auf der Zeichnung genauso amüsiert reagieren würde, steht auf einem anderen Blatt. Vor knapp einem Jahr ist Jummy mit seiner Frau Manuela von Wildhaus, wo er aufgewachsen ist, nach Thal gezogen. Als begeisterte «Böötler» hat ihn der See angezogen. Den Nebel nimmt er in Kauf. Inzwischen hat sich der Künstler mit seinen Werken auch hier einen Namen gemacht.

Alltägliche Situationen

Neben vier anderen Zeitungen illustriert er seit rund einem Jahr jeweils am Samstag unter der Rubrik «Seesicht» im Rorschacher Tagblatt. Seine Ideen holt er sich aus den alltäglichen Situationen. «Meine Frau unterstützt und ergänzt mich bei der Ideensuche. Sie hat auch diese Ausstellung organisiert», sagt der Künstler. Er sieht sich nicht als Karikaturist oder Comiczeichner, sondern als Illustrator. Zwischen den Sätzen zu lesen und daraus ein Wortspiel zu machen, ist seine Spezialität. Seine Bilder zu verkaufen, ist hingegen weniger sein Ding. Dafür hat er seinen Manager. Seine Kunst zum Beruf zu machen, kommt für den Bauführer, der seit über 18 Jahren in der gleichen Firma arbeitet, nicht in Frage. «Es ist nicht mein Ziel, von der Kunst leben zu können, vielleicht das Pensum zu reduzieren», sagt Jummy und lächelt vielsagend seiner Frau Manuela zu, mit der er gerade den ersten Hochzeitstag feiert.

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