Jugendliche für Verzicht geehrt

Der Kodex-Verein Gossau-Andwil zeichnete 105 Jugendliche für ihren Verzicht auf Suchtmittel aus. Das sei ein «starkes Signal» gegen den steigenden Konsum.

Rudolf Käser
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Ein Schüler nimmt die Auszeichnung von Dominik Gemperli entgegen. (Bild: Rudolf Käser)

Ein Schüler nimmt die Auszeichnung von Dominik Gemperli entgegen. (Bild: Rudolf Käser)

GOSSAU. Das Kodex-Programm soll Jugendliche dazu bewegen, auf Suchtmittel zu verzichten. Am Samstag ehrte der Kodex-Verein Gossau-Andwil insgesamt 105 Jugendliche, die dieses Ziel erreicht haben. 66 von ihnen erhielten für das erste Jahr des Durchhaltens eine Bronze-Auszeichnung. 26 Jugendliche wurden für zwei Jahre Suchtmittel-Abstinenz mit der silbernen und deren 13 für drei Jahre Verzicht mit der Gold-Auszeichnung geehrt.

Gegen den Strom schwimmen

Die Feier in der Mensa des Gymnasiums Friedberg begann fulminant. Der junge Gossauer Pianist Gabriel Holenstein zauberte ohne Notenblätter schwierige klassische Werke hervor.

Anschliessend gratulierte der Andwiler Gemeindepräsident Dominik Gemperli den Jugendlichen für ihr Streben nach einem Leben ohne Suchtmittel. Der freiwillige Verzicht auf diese sei ein starkes Signal gegen den Trend des wachsenden Konsums von Alkohol und Drogen, speziell bei der jungen Bevölkerung. Den Jugendlichen sagte er weiter: «Vielleicht mag es durchaus sein, dass Sie mit Ihrer Haltung gegen den Strom schwimmen.» In Anlehnung an Konfuzius folgerte er, dass, wer zur Quelle wolle, gegen den Strom schwimmen müsse. Bildlich gesprochen seien die Geehrten also auf dem richtigen Weg. Durch die Übernahme von Verantwortung für ihr Leben würden sie sich bereits in den Dienst der Gesellschaft stellen, sagte Gemperli.

Auch Peter Boppart vom Vorstand des Kodex-Vereins gratulierte den Jugendlichen für ihr Verhalten. Den Eltern und Lehrpersonen sagte er: «Sie begleiten die Jugendlichen auf dem nicht immer einfachen Weg zu selbständigen Persönlichkeiten, unterstützen und fordern sie täglich, setzen Leitplanken und Regeln.» Damit würden sie für die Gesellschaft einen «unbezahlbaren Beitrag» leisten. Denn es sei leichter, wegzuschauen, als sich Herausforderungen zu stellen.

Biss zeigen für gute Karten

Als Gewerbeschullehrer und ehemaliger Arbeitgeber gab Boppart Tips zur Suchtmittel-Enthaltsamkeit mit auf den Weg: Darauf werde auch bei der Lehrstellen-Vergabe geachtet. Erika Müller, Präsidentin des Kodex-Vereins Gossau-Andwil, doppelte nach: Wer Biss zeige und auf Suchtmittel verzichte, habe gute Karten.

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