Jugendliche fordern Erwachsene heraus

Die Projektgruppe D4 Generation veranstaltet heute einen Charity-Spielabend. Der Erlös geht zugunsten des ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins «Obvita». Die Idee zu diesem Projekt stammt von acht Jugendlichen aus Rorschach und Rorschacherberg.

Stephanie Sonderegger
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Die Projektgruppe D4 Generation freut sich auf den Spielabend. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Die Projektgruppe D4 Generation freut sich auf den Spielabend. (Bild: Stephanie Sonderegger)

RORSCHACH. «Ich möchte Menschen helfen», sagt Dreni Mazreku. Er ist Schüler, kommt aus Rorschach und ist zwölf Jahre alt. Zusammen mit seinen sieben Kolleginnen und Kollegen von der Projektgruppe D4 Generation lädt er heute zu einem Spielabend zugunsten der Organisation des ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins «Obvita» ein. Angesprochen werden vorwiegend Eltern und Lehrer aus Rorschach und Rorschacherberg, die bei Spielen wie Black Jack, Poker, Uno, Billard und Roulette gegen die junge Generation antreten können.

Diplom durch Anwesenheit

Jeden Mittwochabend trifft sich die Projektgruppe in der Jugendlounge an der Defourstrasse in Rorschach. Die Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren besprechen dort ihre Ideen und bereiten Projekte vor. Denn neben Spielabenden organisiert die Gruppe auch Hallenfussballturniere, Quartierfeste und ist an Märkten vertreten.

Die D4 Generation besteht vorwiegend aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Elena Paketov ist zurzeit das einzige Mädchen. Seit zwei Jahren ist die 15-Jährige fester Bestandteil der Projektgruppe. Sie besucht die Jugendlounge regelmässig zu Besprechungen und Veranstaltungen. «Wir können bei jeder Sitzung Punkte sammeln. Wenn wir 40 Punkte haben, bekommen wir ein Diplom», erzählt die Schülerin aus Rorschacherberg, «Das Diplom hat mir geholfen, eine Lehrstelle zu bekommen.»

Projekte koordinieren

Der Erhalt eines Diploms sei nicht der einzige Anreiz, sich der Projektgruppe anzuschliessen, findet der 13jährige Sandro Zuberbühler aus Rorschacherberg. Für ihn sind es vorwiegend die Erfahrungen, die er sammeln kann: «Ich will später auch eigene Projekte auf die Beine stellen. Hier kann ich lernen, wie das geht», sagt er.

Erträge früher an Swissaid

Zuverlässigkeit und Engagement sind Grundvoraussetzungen für die Projektgruppe, denn Anlässe wie Spielabende fordern Zeit und Einsatz von den Schülerinnen und Schülern. Jedem einzelnen sei eine Aufgabe zugewiesen worden, sagt Viola Schelbert-Lüthi von der Fachstelle Jugend Familie Schule. Sie hat die Fäden in der Hand, koordiniert und unterstützt die Jugendlichen in ihren Projekten. Dass es in diesem Jahr zu einer Veranstaltung zugunsten der Organisation «Obvita» gekommen sei, hätte aber nicht sie, sondern die Gruppe bestimmt. Sandro Zuberbühler ergänzt: «Lange gingen die Erlöse unsrer Projekte an Swissaid.» Nun sei es an der Zeit für etwas Neues. Der 13-Jährige ist es auch, der die Gäste beim Spielabend über «Obvita» informiert. Darauf vorbereitet ist er dank der Projektgruppe bestens.