Jugend darf nicht in die Jugendbeiz

Die CVP/EVP/BDP-Fraktion hat eine schriftliche Interpellation an den Stadtrat eingereicht. In dieser kritisiert sie, dass während der Olma keine unter 18-Jährigen in den Talhof dürfen. Dies soll sich ändern.

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Seit Jahren wird der Talhof als Jugendbeiz geführt. Während der Olma aber, wenn das Talhoffestival stattfindet, dürfen unter 18-Jährige nicht in das Lokal. Dies stösst auf Unverständnis bei der CVP/EVP/BDP-Fraktion. In einer schriftlichen Interpellation an den Stadtrat übt sie Kritik an der Vermietung der Jugendbeiz während der Olma.

Rein wirtschaftliche Interessen

Der Talhof sei ein «Ort, wo sich Jugendliche ohne Konsumzwang treffen können», hält die Fraktion fest. Auch jüngere Kinder werden frühzeitig auf dieses Angebot aufmerksam gemacht. «Sie werden zu einer Kinderdisco eingeladen, die keine Wünsche offen lässt, und alle sind begeistert vom Angebot des Jugendsekretariats», heisst es weiter.

Doch während der Olma sei dann «Schluss mit lustig». Genau dann, wenn sich viele am Jahrmarkt treffen, gibt es in St. Gallen keinen Platz für die unter 18-Jährigen, schreibt die Fraktion. «Jeder findet ein Lokal, das seinen Neigungen entspricht. Nur unsere Jugend muss draussen bleiben.» Bereits vor zwei Jahren sei mit einer einfachen Anfrage auf diesen Missstand hingewiesen worden. Der Einlass von unter 18-Jährigen wurde mit der Begründung abgelehnt, es sei zu schwierig an der Bar zu kontrollieren, wer Hochprozentiges erhalte. Zudem werde mit dieser Regelung das Komatrinken von Jugendlichen am Talhoffestival verhindert. Auch Schlägereien und Sachbeschädigungen sollen so die Ausnahmen bleiben. Die Fraktion wirft ein, dass Alterskennzeichnung-Bändeli oft Standard und für die Securitas keine allzu grosse Aufgabe seien. Dass die Altersklasse zwischen 16 und 18 Jahren für Komatrinken und Sachbeschädigungen verantwortlich sein soll, glaubt die Fraktion nicht. Vielmehr vermutet sie, dass rein wirtschaftliche Interessen hinter dieser Massnahme stehen.

Stadtrat soll Anliegen prüfen

Von 63 Parlamentsmitgliedern haben 53 die Interpellation unterschrieben. Eine Diskussion zum Thema ist offensichtlich erwünscht. Die Fraktion möchte, dass der Stadtrat prüft, ob die «Vermietung des Talhofs während der Olma nicht mit den gleichen Auflagen verbunden werden soll, wie er das ganze Jahr betrieben wird». (woo)