Jünger und aus Afrika?

Eine Aufhebung des Zölibats, Frauen als Priesterinnen und mehr Toleranz gegenüber anderen Religionen: Für Passanten in der St. Galler Innenstadt ist klar, welche Reformen der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. angehen muss.

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Vreni Brändle, 52,

Hausfrau, Uzwil

Der neue Papst wird Reformen einführen müssen. Die katholische Kirche muss sich gegenüber Frauen öffnen. Diese sollen Priesterinnen werden können. Es braucht aber auch mehr Toleranz gegenüber anderen Religionen.

Domizio Bianchini, 72, Rentner, St. Gallen

Benedikt XVI. war ein grosser Theologe, wurde aber von der Bevölkerung zu wenig akzeptiert. Sein Nachfolger sollte seine Politik weiterführen, aber mehr Nähe zu den Menschen suchen, so wie Johannes Paul II. vor ihm.

Maja Boos, 59,

Hausfrau, St. Gallen

Unter dem neuen Papst darf sich nicht allzu viel ändern, sonst wäre es nicht mehr die katholische Kirche. Das Zölibat sollte aber abgeschafft werden, schliesslich betont die Bibel die Gleichstellung von Mann und Frau. Ausserdem muss die Kirche offener werden gegenüber anderen Religionen.

Gino Giacopuzzi, 58,

Beamter, St. Gallen

Es ist gut, dass Benedikt XVI. zurücktritt. Schon bei der Neujahrsansprache sah er nicht mehr so rüstig aus. Der neue Papst muss moderner werden, etwa was Frauen oder Verhütung betrifft. Und die Kirche muss auf andere Glaubensgemeinschaften zugehen.

Lea Keller, 19,

Kauffrau, Speicherschwendi

Es wäre schön, wenn der nächste Papst nicht so konservativ wäre. In der Verhütungsfrage muss die Kirche eine moderne Haltung einnehmen. So sollten Frauen Priesterinnen werden und Pfarrer heiraten dürfen. Schliesslich steht in der Bibel, die Liebe sei so wichtig.

Jura Kralicek, 64,

Treuhänder, St. Gallen

Vom neuen Papst erwarte ich gar nichts. Die Kirche hat ausser Kriegen und Verschwörungstheorien ohnehin nichts gebracht. Dazu verschlingt sie viel Geld. Es ist ein Regime, eine Diktatur und somit ohne positive Wirkung.

Isabelle Contratto, 42,

Katechetin, Gossau

Der neue Papst müsste jünger sein und aus Afrika oder Amerika kommen, dort leben schliesslich die meisten Christen. Ich wünsche mir, dass er Mut zu Reformen hat. Das Zölibat muss nicht aufgehoben werden, aber Priester sollen zwischen Kirche und Familie wählen dürfen. Ausserdem sollen auch Frauen das Priesteramt bekleiden dürfen. Und die Verhütung ist ein wichtiges Thema, besonders in der Dritten Welt. Es braucht auch mehr Toleranz gegenüber anderen Religionen.

Thomas Rüthemann, 26,

Student, St. Gallen

Der nächste Papst sollte jünger sein, um einen besseren Zugang zu den Leuten zu haben, vor allem zu den Jungen. Er sollte mit der Zeit gehen und das aktuelle Geschehen aufnehmen, um auch für jene ein Vorbild zu sein, die nichts mit der Kirche zu tun haben. Und er sollte die Werte der katholischen Kirche kritisch beurteilen.

Rita Keller, 66,

Hausfrau, St. Gallen

Er sollte jünger sein. Im Verhältnis mit anderen Religionen und den Werten der modernen Gesellschaft muss er offener werden. Eine Abschaffung des Zölibats und die Möglichkeit für Frauen, Priesterinnen zu werden, würden die Kirche populärer zu machen.

Fabian Giuliani, 21,

Student, Teufen

Der nächste Papst muss sich weltoffener geben, damit die Kirche auch neben einem modernen Weltverständnis bestehen kann. Und er sollte sich der Probleme in der Welt wirklich annehmen.

Frank Hürlimann, 42,

Kaufmann, Rorschach

Es ist gut, dass der Papst zurücktritt. Er war schon altersschwach. Der neue Papst soll so menschlich sein wie Benedikt, aber von einem anderen Kontinent kommen.

Text: David Gadze

Bilder: Anina Rütsche