JUBILÄUM: Wildpark wird moderner

Zum Start des Jubiläumsjahres präsentiert der Wildpark Peter und Paul verschiedene bauliche Veränderungen. Die 92 Tiere haben teilweise neue Gehege bekommen, auf die Besucher warten Überraschungen.

Christoph Renn
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Der neue Präsident der Wildparkgesellschaft, Markus Isenrich, freut sich über die neue Bronzestatue im Eingangsbereich des Wildparkes Peter und Paul. (Bild: Benjamin Manser)

Der neue Präsident der Wildparkgesellschaft, Markus Isenrich, freut sich über die neue Bronzestatue im Eingangsbereich des Wildparkes Peter und Paul. (Bild: Benjamin Manser)

Christoph Renn

christoph.renn

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Gemütlich thront er im Eingang des Wildparks Peter und Paul. Entspannt und ruhig liegt er da. Der neue Steinbock aus Bronze begrüsst seit Montag Besucherinnen und Besucher und dient als Fotosujet. Die Bronzestatue ist eine Schenkung zum 125. Geburtstag des Wildparks und eine von mehreren Neuerungen, die pünktlich zum Beginn des Jubiläumsjahres am Montag realisiert wurden. Zwei grosse Projekte stehen jedoch noch aus. An drei Samstagen, 6. Mai, 10. Juni und 19. August, gibt der Wildpark an den Tagen der offenen Türe an mehreren Führungen Einblicke in den «neuen» Park.

Ziele der Massnahmen sind Verbesserungen in der Tierhaltung und im betrieblichen Unterhalt. «Mit den verschiedenen baulichen Änderungen wollen wir aber auch die Attraktivität für Besucherinnen und Besucher steigern», sagte Toni Bürgin, Leiter Ressort Öffentlichkeitsarbeit der Wildparkgesellschaft, an der gestrigen Medienorientierung. «Wir können einen bunten Strauss an Neuerungen präsentieren.» Vor allem für Kinder sei der Park noch attraktiver geworden. Doch bleibt eines seit der Gründung am 1. Mai 1892 gleich: «Der Wildpark ist für alle zugänglich und der Eintritt ist kostenlos», sagt Markus Isenrich, neuer Präsident der Wildparkgesellschaft, und das solle auch die nächsten 125 Jahre so bleiben. Er wurde am Montag als Nachfolger von Paul Odermatt gewählt. Nur ein Problem konnte auch auf das Jubiläumsjahr hin nicht gelöst werden: Es gibt zu wenige Parkplätze auf dem Wildparkareal. «Wir sind uns des Problems bewusst, jedoch ist keine Lösung in Sicht», sagt Bürgin. Deshalb appelliert er an die Besucher, an Wochenenden den Parkbesuch ohne Auto zu organisieren.

Neue Plattform mit Seeblick

Ein Rundgang durch den Wildpark Peter und Paul zeigt: Er wurde für das Jubiläumsjahr herausgeputzt. Neue Zäune erlauben eine bessere Sicht auf die Wildtiere, der Weg wurde an einigen Stellen verbreitert und es gibt mehr Platz zum Verweilen. Insgesamt 680000 Franken kosten alle Erneuerungen, Verbesserungen und Aufwertungen. «Alles finanziert durch Sponsorenbeiträge», sagt Markus Isenrich. Mit rund 145000 Franken schlägt die neue Verbindung des Damhirsch- und Wechselgeheges zu Buche. Es ist das grösste aller Projekte. Dazu gehören auch ein Kiesplatz und Drainagen im Damhirschgehege. «Im Wechselgehege haben wir ein Biotop angelegt und den Bachlauf saniert», sagt Bürgin. Die neue Verbindung sei eine enorme betriebliche Erleichterung.

Für die Besucherinnen und Besucher gibt es neu eine Plattform mit Seeblick. Grosse Sandsteine wurden in einem Halbkreis zu einer Art Tribüne aufgebaut. «Hier können sich die Besucher hinsetzen und den Ausblick geniessen», sagt Bürgin. Um freien Blick auf den Bodensee zu erhalten, wurden störende Äste abgeschnitten. Auch der Murmeliplatz wurde aufgewertet und kinderfreundlicher gestaltet. Neben den bestehenden Bänkli gibt es neu Sitzgelegenheiten aus Eichenholz. Zudem wurde für die kleinen Besucher im Eingangsbereich einen neuer Spielplatz gebaut. «Ein Walderfahrungsplatz, wo die Kinder die Materialien kennen lernen können.» Denn vor allem für die kleinen Besucher trage der Wildpark seit 125 Jahren dazu bei, dass sie ihre Kenntnisse über einheimische Tiere erweitern und ein Verständnis für die Tierwelt entwickeln können.

Das Jubiläumsbuch erscheint im Herbst

Mit den Erneuerungen wurden die Gehege aufgefrischt und möglichst naturnah gestaltet. So wurde aufgeforstet, neue Futterkrippen wurden aufgestellt und Mauern saniert. Zu den Jubiläumsmassnahmen zählt auch die Verbesserung der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher. So musste ein alter Baum im unteren Teil des Wildparks gefällt werden. «Er ist verfault und wäre beim nächsten grossen Sturm wohl umgekippt», begründet Bürgin die Fällung. Mit einer neuen Homepage will sich die Wildparkgesellschaft zudem für die Zukunft wappnen. «Darauf gibt es eine Karte und alle Informationen zu den Tieren sind abrufbar», sagt Markus Isenrich.

Die meisten Neuerungen konnten pünktlich zum Jubiläumsjahr fertiggestellt werden. Doch stehen noch zwei grosse Projekte an. Zum einen ist ein Jubiläumsbuch in Planung. «Es wird im Herbst erscheinen», sagt Toni Bürgin. «Darin beschreiben wir jedoch nicht die ganze Geschichte des Parkes, denn dazu gibt es bereits ein Buch.» Es werden die vergangenen 25 Jahre genauer beleuchtet. Zudem wird der Steinbockplatz umgestaltet und mit drei interaktiven Stationen für die Besucher erlebbarer gemacht.

www.wildpark-peterundpaul.ch