JUBILÄUM: St. Galler Häuslebauer

Die Wäspe + Partner AG ist seit 1967 als Architekturbüro in der Ostschweiz tätig. Sie hat in den letzten 50 Jahren über 2000 Wohnungen und 340 Einfamilienhäuser erstellt.

Claudia Schmid
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Rolf Wäspe hat 1967 das Architekturbüro gegründet. 2011 übergab er die Geschäftsführung seiner Tochter Jacqueline Wäspe. (Bild: Ralph Ribi)

Rolf Wäspe hat 1967 das Architekturbüro gegründet. 2011 übergab er die Geschäftsführung seiner Tochter Jacqueline Wäspe. (Bild: Ralph Ribi)

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

Heute Freitag feiert das Architekturbüro Wäspe + Partner AG sein 50-Jahr-Jubiläum auf dem Olma-Gelände, wo an diesem Wochenende die Immo-Messe Schweiz stattfindet. 130 geladene Gäste werden erwartet. Seit den Anfängen ist das Büro in der Ostschweiz beheimatet. Seine Stationen führten von Rehetobel über Herisau nach St. Gallen.

Zwei Generationen am Werk

Hinter Wäspe + Partner AG stehen Vater und Tochter. Rolf Wäspe gründete das Unternehmen 1967 als Einzelfirma. Ein Jahr später folgte der Umzug von Rehetobel nach Herisau. «Es war eine Zeit, in der die Baubranche boomte. Bauland gab es günstig zu haben, und die Leute waren an preiswerten Eigenheimen interessiert. So war es meinem Vater möglich, zeitweise bis zu 50 sogenannte Typenhäuser im Jahr zu bauen», sagt Jacqueline Wäspe. «Mein Vater hatte immer ‹den richtigen Riecher›, war aktiv und erfolgreich.» 1975 stand der Umzug in die Stadt St. Gallen an. Zunächst lag das Domizil an der Teufener Strasse 3. Das Team war inzwischen auf sechs Mitarbeitende gewachsen. 1980 folgte der Bezug der eigenen Liegenschaft an der Fellenbergstrasse 64.

Rolf Wäspe hat sein Architekturbüro auf den Bau und Verkauf von Immobilien spezialisiert. Von der Planung über den Bau bis hin zum Verkauf von Liegenschaften und Immobilien bot er in seinem Unternehmen alles aus einer Hand an. 2011 übergab er die Geschäftsführung seiner Tochter, die als Kauffrau bereits 1993 in den väterlichen Betrieb eintrat und ihn nun in zweiter Generation führt.

«Mein Vater, der sich ein sehr gutes Netzwerk erarbeitete, hat sich auf die Akquisition und die Bauleitung konzentriert», sagt Jacqueline Wäspe. «Den Verkauf haben wir gemeinsam gemacht und mein Hauptaugenmerk galt der Administration und Personalführung. So haben wir uns bestens ergänzt.» Heute ist ihr Vater Verwaltungsratspräsident des Unternehmens. Aus dem operativen Geschäft hat er sich weitgehend zurückgezogen.

Auftragsvolumen übersteigt eine Milliarde Franken

In den vergangenen 50 Jahren hat Wäspe + Partner über 2000 Wohnungen und 340 Einfamilienhäuser erstellt sowie 200 Wohnungsumbauten ausgeführt. «Das Auftragsvolumen übersteigt damit eine Milliarde Franken», sagt Jacqueline Wäspe nicht ohne Stolz. Zurzeit sind im Architekturbüro zwölf Mitarbeitende beschäftigt. Auch Lehrlinge (Zeichner EFZ) bildet es aus. Der Verkauf von Wohnungen im Bündnerland wird heute von Felicita Wäspe, der Ehefrau von Rolf Wäspe, betreut.

In den 50 Jahren des Bestehens hat Wäspe + Partner boomende Zeiten, aber auch Niedergänge der Baubranche erlebt. «Vom günstigen und reichlich vorhandenen Bauland der 1960er-Jahre können wir nur noch träumen», sagt Jacqueline Wäspe. Heute werde aufgrund steigender Landpreise möglichst verdichtet und vermehrt in den Agglomerationen gebaut. Im Trend liege vor allem erschwingliches Wohneigentum mit einem guten Verhältnis von Preis und Leistung, welches aufgrund der steigenden Landpreise nicht immer anzubieten sei. «Wir stellen derzeit aufgrund der tiefen Hypothekarzinse eine steigende Nachfrage nach Stockwerkeigentum fest. Einfamilienhäuser werden immer teurer und sind je nach Region fur viele Interessenten bereits unerschwinglich.»

Bevölkerungsentwicklung beeinflusst den Markt

Um über die Jahrzehnte bestehen zu können, sei es wichtig, sich immer wieder neuen Bedürfnissen auf dem Immobilienmarkt anzupassen, sagt Jacqueline Wäspe. Dabei spielten demografische Veränderungen eine wichtige Rolle. Die steigende Lebenserwartung werde zur verstärkten Nachfrage nach Alterswohnungen, die Tendenz zu Single-Haushalten zur verstärkten Nachfrage nach Wohnungen mit einer kleineren Zahl Zimmer führen: «Unser Vorteil ist, dass wir rasch reagieren können, da bei uns alles aus einer Hand stammt.»