JUBILÄUM: Netzwerk für engagierte Frauen

Einmal im Monat treffen sich die Frauen des Service-Clubs Inner Wheel, um über Spendenbeiträge für soziale Projekte zu entscheiden und Kontakte zu pflegen. In diesem Jahr feiert der Club sein 25-Jahr-Jubiläum.

Nina Rudnicki
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Elisabeth Stehle (links) und Isabelle Müller-Stewens engagieren sich für die Region. (Bild: Benjamin Manser)

Elisabeth Stehle (links) und Isabelle Müller-Stewens engagieren sich für die Region. (Bild: Benjamin Manser)

Nina Rudnicki

stadtredaktion@tagblatt.ch

«Die internationale Frauenorganisation Inner Wheel kennen wohl nur wenige», sagt Elisabeth Stehle, die aktuelle Präsidentin dieser Organisation in St. Gallen. Beim Treffen im Einstein-Bistro ist auch die sogenannte Past-Präsidentin Isabelle Müller-Stewens dabei. Gemeinsam wollen sie über die Tätigkeit des Frauennetzwerkes informieren. Der Inner Wheel Club St. Gallen feiert in diesem Jahr sein 25-Jahr-Jubiläum. «Unsere Ziele sind ein breites soziales Engagement für die Region St. Gallen und darüber hin­aus, internationale Verständigung und die Pflege der Freundschaft untereinander», sagt Isabelle Müller-Stewens. Sie selbst ist seit sieben Jahren Mitglied. Elisabeth Stehle gehört zu den Gründungsmitgliedern. Gründungspräsidentin war 1992 Ursula Graf-Hälg.

Humanitäre und soziale Aufgaben übernommen

Der International Inner Wheel Club ist die grösste eigenständige Frauen-Service-Organisation weltweit. In 103 Ländern gibt es etwa 4000 Clubs mit über 100000 Mitgliedern. Gegründet wurde der erste Club vor 93 Jahren nach dem Ersten Weltkrieg in Grossbritannien. Damals übernahmen die Frauen von Rotariern die humanitären und sozialen Aufgaben ihrer Männer, die in den Krieg gezogen waren. Bei Rotariern handelte es sich damals ausschliesslich um männliche Mitglieder des Rotary-Clubs, einer Organisation für Vertreter verschiedener Berufe, zu deren Ziele unter anderem humanitäre Dienste, der Einsatz für Frieden, aber auch der Aufbau eines weltweiten Netzwerks gehört. «Inner Wheel» ist vom Rotary-Club jedoch unabhängig und mittlerweile eine von den Vereinten Nationen anerkannte NGO, die sich international besonders für die Rechte von Frauen und Kindern weltweit einsetzt.

Bis 2012 konnten nur Frauen mit rotarischem Hintergrund dem Service-Club beitreten. An der Weltkonferenz vor fünf Jahren wurde dieses Aufnahmekriterium allerdings abgeschafft. «Das war einfach nicht mehr zeitgemäss», sagt Isabelle Müller-Stewens. «Es gibt so viele engagierte Frauen, warum sollte man sie aus dem Netzwerk ausschliessen?» Der St. Galler Inner Wheel Club ist einer von 44 in der Schweiz und Liechtenstein und hat derzeit 64 Mitglieder. Ein Durchschnittsmitglied gibt es laut Präsidentin Stehle in ihrem Club nicht. Die Frauen sind zwischen 35 und 90 Jahre alt und haben die unterschiedlichsten Hintergründe. Es gibt Berufsfrauen, Familienfrauen und Pensionierte. «Uns alle verbindet, dass wir uns gerne gesellschaftlich engagieren.»

Kinderkrippe als erstes Projekt

Das Präsidium des Clubs wird jedes Jahr neu besetzt. Die jeweilige Präsidentin ist in ihrem Amtsjahr für die Programmgestaltung zuständig und dafür, die sozialen Projekte auszuwählen. Jede kann Organisationen vorschlagen, die ihr besonders am Herzen liegen. Das Geld für die Spenden kommt durch Mitgliederbeiträge, Verkaufsaktionen und Benefizanlässe zusammen. Elisabeth Stehle hat sich in ihrem Jahr für drei Projekte entschieden, zwei davon im Ausland: einmal gehen die Spenden an «Swiss Surgical Teams», ein Projekt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ausserdem wird die Stiftung Edunamica unterstützt, die sich für den gleichberechtigten Zugang zu Bildung in Südamerika einsetzt. Im Inland unterstützt der Inner Wheel Club in diesem Jahr die SFK, eine Stiftung zur Förderung der Knochenmarktransplantation.

Anlässlich des Jubiläums schliesst sich auch ein Kreis. Vor 25 Jahren ermöglichte «Inner Wheel» als erstes Projekt die Eröffnung der Kinderkrippe Fiorino im Westen der Stadt. Und auch in diesem Jahr kommt ein Betrag einem Kinderhort zugute, jenem der Frauenzentrale, der damit seine Umzugskosten decken konnte.