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JUBILÄUM: Jodel ist auch in der Stadt daheim

Der Jodlerclub Stadt St. Gallen wird 100 Jahre alt. An seinem Jubiläumskonzert blickt er auf eine Vergangenheit zurück, die nicht immer rosig war. Heute fehlt vor allem der Nachwuchs.
Christoph Renn
Der Jodlerchor Stadt St. Gallen präsentiert seine Tracht an einem Konzert in der Kirche St. Laurenzen. (Bild: PD)

Der Jodlerchor Stadt St. Gallen präsentiert seine Tracht an einem Konzert in der Kirche St. Laurenzen. (Bild: PD)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Seit 100 Jahren tritt der Jodlerclub Stadt St. Gallen an Messen und Konzerten auf. Und er zeigt, dass dieser Gesang nicht nur in ländlichen Gegenden eine lange Tradition hat. In diesem Jahr blicken die Jodlerinnen und Jodler gemeinsam auf die Vergangenheit ihres Klubs zurück. Eine Vergangenheit, in welcher sich der Verein immer wieder mit Nachwuchs- und mit Geldproblemen herumschlagen musste. Finanziell ist der Jodlerclub Stadt St. Gallen heute gut aufgestellt. «Uns fehlt aber nach wie vor der Nachwuchs», sagt Aktuar Johannes Seitz. Deshalb sucht der Verein mit grosser Anstrengung nach neuen Sängerinnen und Sängern. Trotz hohen Altersdurchschnitts feiert der Jodlerclub sein Jubiläum gebührend: Am 10. November findet ein Jubiläumskonzert in der Kirche St. Laurenzen statt (siehe Zweittext).

Am Anfang des Jodlerclubs standen einige Turner, die sich unter der Flagge des Turnvereins Neue Sektion St. Gallen wöchentlich zum gemeinsamen Training trafen. Im Anschluss an die Turnstunden sind die Mitglieder jeweils zusammengesessen und haben gejasst und mit Inbrunst gesungen. An den jährlichen Vereinsabenden trugen einige Turner verschiedene Lieder vor. Sie packte der Ehrgeiz und sie wollten die musikalische Qualität ihrer Vorträge verbessern. Ein besonders engagierter Turner – er war Lehrer im Hadwig-Schulhaus – brachte dann die Idee hervor, regelmässige Proben durchzuführen. So wurde die Gesangssektion vor 100 Jahren ins Leben gerufen.

Streit und Zwist zwischen Mitgliedern

Das Repertoire der Gesangssektion hatte mit dem des heutigen Jodlerclubs noch wenig gemein. «In den ersten Jahren wurden vor allem bekannte Männerchorlieder gesungen», sagt Seitz. Die Zahl der Mitglieder, die mehr singen und weniger turnen wollten, sei trotzdem stetig gestiegen. Nach «hitzigen» Diskussionen, wie sich ein Veteran des Jodlerclubs erinnert, habe der Turnverein dann beschlossen, die bisher lose Gesangssektion als offizielle Untersektion anzuerkennen. Diese hiess dann «Jodlerclub TV Neue Sektion St. Gallen». Es folgten erste Auftritte und Konzerte. Auch wenn es manchmal Spannungen unter den Mitgliedern gegeben und auch die musikalische Qualität Auf und Abs erlebt habe, wie der Veteran anfügt. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. An regelmässige Proben war nicht mehr zu denken. 1944 trafen sich die Mitglieder dann wieder zu ihrem ersten gemeinsamen Singen.

1962 entschied sich der Vorstand, dem eidgenössischen Jodlerverband beizutreten. Doch ein wichtiges Detail fehlte noch: eine eigene Tracht. Es haperte an der Finanzierung. Gönner waren schwierig zu finden, die Mitglieder konnten finanziell nicht belastet werden. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es 1963: die erste Tracht wurde beschafft. In der Folge trat der Klub 1970 erstmals an einem regionalen Jodlerfest auf. Für die Bestnote reichte es noch nicht, diese erhielten die St. Galler aber bereits fünf Jahre später. Trotzdem folgten Zwist und Streit unter den Mitgliedern. Neue zu finden, gestaltete sich schwierig. «Es war wie in jeder Gemeinschaft. Sonnenschein und Regen wechselten sich immer wieder ab», sagt Seitz.

Neue Tracht und neuer Name

Zum 75-jährigen Bestehen des Jodlerclubs TV neue Sektion St. Gallen wurde eine neue Tracht beschafft. «Die traditionelle St. Galler Tracht, mit der wir noch heute auftreten», fügt Seitz an. Zudem war es Zeit, über einen neuen Namen nachzudenken. Denn seit vielen Jahren gab es keinen Bezug mehr zum «Mutterverein». So wurde der Verein 2003 in Jodlerclub Stadt St. Gallen umbenannt. «Diese Bezeichnung zeigt die Beziehung und die Verbundenheit mit der Stadt», sagt Seitz. Und sie zeigt, das Jodeln nicht nur auf dem Land daheim ist.

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