JUBILÄUM: Ein Fest für Autofreunde

Zum 25. Mal öffnen St. Galler Autogaragen am Wochenende für die Auto-Show ihre Türen. Vieles hat sich seit den Anfängen verändert, die Grundidee blieb gleich: Die Garagisten wollen zusammenspannen.

Luca Ghiselli
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Dieses Wochenende präsentieren die Stadtgaragisten wieder Neuheiten an ihrer gemeinsamen Frühlingsausstellung. Ein besonderes Augenmerk gilt dieses Jahr der Mobilität der Zukunft. (Bild: Ralph Ribi)

Dieses Wochenende präsentieren die Stadtgaragisten wieder Neuheiten an ihrer gemeinsamen Frühlingsausstellung. Ein besonderes Augenmerk gilt dieses Jahr der Mobilität der Zukunft. (Bild: Ralph Ribi)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

«Genf out – St. Gallen in.» Die Programmbeilage zur ersten St. Galler Auto-Show 1993 versprach Grosses. Jazz- und Dixie-Bands spielten damals in jeder der 18 Garagen auf Stadtgebiet, die damals erstmals zusammenkamen, um gemeinsam an einer Frühlingsausstellung ihre Neuheiten zu präsentieren. Ganz so gross wie der Genfer Autosalon, der jeweils eine Woche vor dem St. Galler Pendant zu Ende geht, wurde die Ausstellung zwar nie. Trotzdem besuchen am letzten März-Wochenende jeweils mehrere tausend Interessierte die Garagen in Stadt und naher Umgebung. Heute Freitag startet die 25. Ausgabe der Auto-Show (siehe Zweittext).

Josef Mauchle ist seit der Geburtsstunde der Auto-Show dabei. Der Geschäftsführer des Autocenter Säntis in Abtwil ist auch heute noch vom Leitgedanken der Autoausstellung überzeugt. «Wir wollten damals den täglichen Konkurrenzkampf für einmal vergessen und uns gemeinsam der Öffentlichkeit präsentieren. Das ist auch heute noch wichtig», sagt Mauchle. Gerne erinnert er sich an die Anfänge der Auto-Show. «Wir haben damals halbe Volksfeste gefeiert.» Die Leute seien noch lange nach Veranstaltungsende in der Garage geblieben, hätten sich ausgetauscht. «Das hat uns einen persönlichen Kontakt ermöglicht, der im Alltag kaum so stattfand», sagt Mauchle.

Die Vision der Garage als «Autobahnhof»

In der Autobranche ist seit den 1990er-Jahren kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Trends wie die Elektromobilität erreichen langsam die grossen Massen, der Onlinehandel hat die Branche durcheinandergewirbelt. Der Preisdruck ist stärker denn je, und das Vertrauen der Kunden hat unter Negativschlagzeilen wie dem Abgasskandal gelitten. Schwarzmalen will Mauchle trotzdem nicht. «Ich betrachte die grossen Veränderungen, die unser Gewerbe durchlaufen hat und weiterhin wird, als grosse Chance», sagt er. Zwar sei es möglich, dass man in Zukunft weniger Autos verkaufen werde. Dafür würden andere Aufgaben wachsen. «Wir werden noch stärker Dienstleister sein als heute. Die Autonutzung der Zukunft wird sehr bedarfsbezogen sein.» So sei es denkbar, dass Autogaragen in 10 bis 15 Jahren «Autobahnhöfe» sein werden, wo Kunden Fahrzeuge abholen, wenn sie diese brauchen und dann wieder zurückbringen.

Ein-Mann-Betriebe gibt es kaum mehr

Auch was die Entwicklung in Richtung E-Mobilität betrifft, ist Mauchle zuversichtlich. «Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, die Elektrofahrzeuge fördern, ist sehr gut.» Und auch die Fahrzeughersteller machen in diesem Bereich vorwärts. «Fast alle Marken, die an der Auto-Show ausgestellt sind, bieten auch elektrisch betriebene Fahrzeuge an. Es gebe Studien, die davon ausgehen, dass Garagisten in einigen Jahren mehr Batterie- als Motorwartungen machen werden. «Die Arbeit wird uns deshalb also nicht ausgehen», sagt Mauchle.

Um das Vertrauen von Kunden zu festigen, seien Anlässe wie die Auto-Show bestens geeignet. «Wir öffnen uns, sind transparent und wollen den Leuten nichts aufdrängen. Dieses Wochenende können wir das zeigen», sagt Mauchle. Eine gemeinsame Ausstellung senke die Hemmschwelle und diene auch dazu, Fragen unverbindlich zu beantworten. Waren es an der ersten Auto-Show 1993 noch 18 Garagen, die sich an der Frühlingsausstellung beteiligten, sind es heute noch 14. Viele kleinere Betriebe gebe es heute nicht mehr, sagt Mauchle. «Damals hatten wir noch einige Ein-Mann-Markenbetriebe in der Stadt. Das ist heute schlicht nicht mehr möglich.» Der Investitionsaufwand für immer komplexer und teurer werdende Infrastruktur sei schlicht zu gross. Deshalb hätten sich grössere Markenbetriebe auch halten können, während kleinere Garagen von der Bildfläche verschwanden.