JUBILÄUM: Bald wird bei den Hirschen gebaut

Der Wildpark Peter und Paul rüstet sich für sein 125-Jahr-Jubiläum. Das Geld für 15 Projekte ist zusammengekommen, die Baubewilligung liegt vor. Als Erstes wird ein Hirschtunnel erstellt.

Christina Weder
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Im Wildpark Peter und Paul sind die ersten Baumaschinen aufgefahren. (Bild: Ralph Ribi)

Im Wildpark Peter und Paul sind die ersten Baumaschinen aufgefahren. (Bild: Ralph Ribi)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Paul Odermatt, Präsident der Wildparkgesellschaft, blickt dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen. Am 1. Mai feiert der Wildpark Peter und Paul sein 125-Jahr-Jubiläum. Pünktlich auf dieses Datum hin will die Wildparkgesellschaft insgesamt 15 Projekte umsetzen. Sie hat dafür Spendengelder in der Höhe von fast einer halben Million Franken gesammelt. «Der Stand der Dinge ist ­erfreulich», sagt Odermatt auf Anfrage. Zum einen ist die Finanzierung für sämtliche Projekte zustande gekommen. Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, die Stadt St. Gallen und umliegende Gemeinden hätten grosszügig gespendet. Zum anderen liegt seit Anfang Dezember auch die Baubewilligung vor.

Wildpark bleibt trotz Baustelle zugänglich

«Im Januar können wir loslegen», sagt Odermatt. Da die Bauarbeiten im Winter starten, rechnet er damit, dass das Wetter das Bauprogramm beeinflussen könnte. Bis zum Jubiläum am 1. Mai soll der Grossteil der Arbeiten fertiggestellt sein. Bis dahin sei mit einer «zünftigen Baustelle» zu rechnen. Trotzdem soll der Wildpark während der ganzen Bauzeit immer öffentlich zugänglich bleiben. Allerdings müssen Besucherinnen und Besucher laut Odermatt gewisse Einschränkungen auf sich nehmen. So wird der Hauptweg für eine bestimmte Zeit gesperrt werden. Eine Umleitung ist geplant. Das Bauprogramm nehme Rücksicht auf die Besucher, aber auch auf die Tiere. Sie dürfen in ihrem Tagesablauf nicht allzu stark gestört werden.

Begonnen wird mit dem aufwendigsten Projekt. Es handelt sich um einen Tunnel für den Wildwechsel, für dessen Bau die Stadt St. Gallen 115000 Franken zugesichert hat. Der Tunnel wird das Damhirschgehege mit dem Wechselgehege verbinden und unter dem bestehenden Besucherweg hindurchführen. Odermatt rechnet mit einer Bauzeit von drei Monaten.

Eine neue Plattform mit Seeblick

Die anderen baulichen Massnahmen werden zum Teil parallel dazu in Angriff genommen. Unter anderem will die Wildparkgesellschaft auf Peter und Paul eine neue Plattform mit Seeblick erstellen, einen Walderfahrungsplatz schaffen, den Platz bei den Murmeltieren aufwerten, die baufällige Futterkrippe der Sikahirsche ersetzen, die Zäune erneuern und einen Bachlauf renaturieren. Ziel ist, dadurch die ­Attraktivität des Wildparks zu steigern und gleichzeitig die ­betrieblichen Abläufe zu ver­bessern. Neben zwölf baulichen Massnahmen hat sich die Wildparkgesellschaft drei weitere Projekte vorgenommen: ein Jubiläumsbuch, eine neue Homepage und eine Wildpark-App. Sie seien bereits in Vorbereitung.

Paul Odermatt ist dankbar, dass die Wildparkgesellschaft mit den Jubiläumsprojekten bei den Gönnern wieder auf offene Ohren gestossen ist. Die dafür benötigten Mittel seien im ordentlichen Budget nicht enthalten. Der Wildpark sei kein städtischer Betrieb, wie dies viele Besucher annehmen würden, sagt Paul Odermatt. Die Trägerschaft liegt bei der Wildparkgesellschaft. Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen stellt das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung. Die jährlichen Betriebskosten von rund 360000 Franken werden zu je einem Drittel durch Gönnerbeiträge, Legate und Beiträge der umliegenden Gemeinden finanziert.