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JUBILÄUM: 200 Jahre Bürgermusik Mörschwil: Mehr als Marsch und Polka

Die Bürgermusik Mörschwil wird 200 Jahre alt. Gefeiert wird an einem dreitägigen Fest, an dem nicht nur Musikliebhaber auf ihre Kosten kommen.
Daniela Huber-Mühleis
Die Bürgermusik Mörschwil feiert im Juni ihr 200-jähriges Bestehen. (Bild: PD)

Die Bürgermusik Mörschwil feiert im Juni ihr 200-jähriges Bestehen. (Bild: PD)

«Der Höhepunkt unserer jüngeren Vergangenheit war sicher der Sieg am Kantonalen Musikfest 2014 in Diepoldsau», sagt Martina Wäger, Präsidentin der Mörschwiler Bürgermusik. Bald steht in der Geschichte der Mörschwiler Bürgermusik ein neuer Höhepunkt an: das 200-Jahre-Jubiläum. Der Verein plant dazu ein dreitägiges Fest, bei dem es nicht bloss um Marschmusik geht.

So wird am 1. Juni ein riesiges «Klassentreffen» stattfinden. Alle ehemaligen Mörschwiler Primarschülerinnen und Primarschüler bis Jahrgang 1999 sind eingeladen. «Es haben sich bereits gegen tausend Leute angemeldet», sagt Martina Wäger. Die Festbesucher können sich in einer Kutsche durchs Dorf chauffieren lassen und ihre alten Klassenzimmer besichtigen. Am Samstag, 2. Juni, findet der Fürstenländische Kreismusiktag statt, an dem sich 17 Musikvereine aus der Umgebung messen. Der Sonntag, 3. Juni, steht im Zeichen des Nachwuchses. Die Bürgermusik führt mit den Primarschulkindern das Musical «Freude» auf. Abschliessend findet eine Chilbi statt, die vom Club junger Familien aus Mörschwil organisiert wird.

Eine alte Musik mit jungen Musikern

Die Bürgermusik Mörschwil ist einer der ältesten Musikvereine der Schweiz (siehe Zweittext). «Glücklicherweise können wir uns nicht über Nachwuchsprobleme beklagen», sagt Martina Wäger. Wegen der regionalen Jugendmusik «Young Winds» habe man viele Neuzugänge. Der Altersdurchschnitt in der Mörschwiler Bürgermusik liegt unter 35. Wäger bedauert, dass der Blasmusik teilweise noch ein etwas verstaubtes Image anhafte. «Dabei wird mit Filmsoundtracks, Rock- und Popnummern mehr als nur Marsch und Polka geboten», meint sie. Wichtig sei für sie, dass sich der Musikverein Veränderungen stelle und Lösungen suche, um die Leute nach wie vor an die Konzerte zu locken. «Das Angebot an Freizeitaktivitäten ist heute riesig. Die Unterhaltungsabende von Dorfvereinen sind da nicht mehr zwingend ein Fixpunkt in der Agenda.» Die Bürgermusik macht indes mehr als Musizieren. Der Verein organisiert auch gemeinsame Reisen, Wanderungen, Skiwochenenden oder einen Grillplausch.

«Schon 1818 marschierten sie dem Militär voraus»

Dorfmusiken, Männerchöre, Turnvereine. Solche Gesellschaften entstanden im frühen 19. Jahrhundert in der Schweiz massenhaft. In Mörschwil war es der Sekretär Martin Bleichenbacher, der 1818 die Bürgermusik gründete. Unter allen Musikvereinen der Schweiz ist er der zwölftälteste Verein. Bleichenbacher spielte anfänglich mit zwei Schülern Waldhorn ohne Ventil. Später kamen weitere Instrumente dazu: «Klarinetten, ein Fagott, zwei Trompeten ohne Ventile, dann Ventil-Trompeten, Picollo und Trommel», wie Gebhard Wild in seiner Vereinschronik der Bürgemusik Mörschwil schreibt. «Als Bässe wurden schon damals Zugposaunen benutzt.» «Schon am Fronleichnamstage 1818 marschierten sie in der Prozession dem Militär voraus», ist in der Mörschwiler Gemeindegeschichte von Emil Spiess zu lesen. «Auf Kosten der Gemeinde waren sie festlich gekleidet in weisser Hose, Frack und Zylinder.» Die Zahl der Mitglieder vergrösserte sich schnell. «Bald wurden alle bedeutende Anlässe des Dorfes durch die Klänge der Bürgermusik verschönert.» Die Mitgliederbeiträge seien damals relativ hoch gewesen, man hatte nur wenig finanzielle Unterstützung. Gebhard Wild hat die Frühgeschichte der Mörschwiler Bürgermusik anhand von Zeitungsberichten und Behördenmeldungen rekonstruiert. Andere Quellen sind nicht vorhanden, denn das Archiv «dieser altehrwürdigen und um das wohl der Gemeinde hochverdienten Gemeinschaft» ging 1871 bei einem Brand im Gasthaus Bären in Flammen auf. (al)

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