Jolanda Neffs sechster Streich

Bei phantastischen Bedingungen feierte Jolanda Neff beim BMC Racing Cup in Schaan den sechsten Sieg in Serie und fiebert dem Weltcup-Auftakt entgegen. Währenddessen suchen andere Biker aus der Region noch nach ihrer Form.

Andrea Kobler
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Elite-Siegerin Jolanda Neff mit den Juniorinnen Nadine Stieger (links, 10. Rang Juniorinnen/Pink Gili) und Vanessa Bandel (7. Juniorinnen). (Bild: Andrea Kobler)

Elite-Siegerin Jolanda Neff mit den Juniorinnen Nadine Stieger (links, 10. Rang Juniorinnen/Pink Gili) und Vanessa Bandel (7. Juniorinnen). (Bild: Andrea Kobler)

THAL. Die Thaler Mountainbikerin Jolanda Neff war kribbelig und freute sich am vergangenen Wochenende, beim BMC Racing Cup in Schaan endlich wieder ein nationales Rennen zu bestreiten. Heute vor einem Jahr startete die Weltcup-Saison. Jetzt dauert es noch einen Monat bis zum Auftakt. Die Standortbestimmung nach einem langen Winter ist wichtig.

Sechster Sieg in Folge

Die letztjährige Weltcup-Gesamtsiegerin und U23-Weltmeisterin Jolanda Neff hat einen Jobwechsel hinter sich und fährt in einem neuen Team. Die Thalerin tut dies in Schaan in souveräner Manier. Sie setzt sich in der ersten von sieben Runden ab, baut ihren Vorsprung sukzessive aus, auch nachdem sie in den letzten drei Runden etwas Tempo herausgenommen hatte. Am Ende stehen nach 27,3 Kilometern und 1:26:02 Stunden deutliche 2:14 Minuten Vorsprung auf Esther Süss. Neff bejubelt im BMC Racing Cup ihren sechsten Sieg in Folge.

Weichen in die richtige Richtung

Für die 17jährige Vanessa Bandel aus Lüchingen ist es der erste Einsatz, seit sie im letzten Juli beide Handgelenke brach, das erste Rennen im Dress des bsk-Graf-Teams und vor allem ist es das erste Mal, dass sie gemeinsam mit Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen um eine gute Plazierung kämpft. Bandel kommt in Schaan schliesslich als Siebte des Juniorinnen-Rennens im Ziel. Sie erzählt von einem speziellen Tag: «Es war cool, in einem so grossen Feld zu fahren und sich an schnellen Fahrerinnen zu orientieren.» Das Wort «cool» geht einige Meter entfernt auch der fünf Jahre älteren Neff über die Lippen. «Es ist cool, so zu gewinnen», sagt sie und lacht. «Das ist ein Zeichen, dass der Winter gut war. Die Weichen sind damit in die richtige Richtung gestellt.» Das Rennen sei speziell gewesen. Überall auf der Strecke hätten sie die Zuschauerinnen und Zuschauer angefeuert. Die Stimmen der Nachbarn hat sie herausgehört. Dass sie in der Heimat so ein Rennen bestreiten könne, sei phantastisch: «Ich bin dem Organisator unglaublich dankbar für den ganzen Aufwand, den er betreibt, und auch für die gute Nachwuchsförderung im Verein.»

Selbstvertrauen suchend

In der Elite-Kategorie fuhr Eliane Müggler (bischibikes) auf Position 24. Andrin Beeli (bsk Graf) feierte in den Spuren von Sieger Julien Absalon (Frankreich) bei seinem Elite-Début ein grossartiges Rennen und klassierte sich als Fünfzehnter. Noch auf der Suche nach Selbstvertrauen ist der Bernecker Enea Vetsch (neu Fischer-BMC), der sich als 28. klassierte. Nicht auf Touren kam Simon Vitzthum (bischibikes). «Nach Leistungstests in der letzten Woche musste ich mich richtiggehend durchbeissen», so der Rheinecker, der das Rennen als 36. beendete.

Ein spannendes Rennen lieferten am Sonntag bei den Eliteamateuren der Montlinger Jürg Graf (bsk Graf) und Thomas Schmid (Pink Gili). «Was häsch, da häsch», freute sich Graf, der seine Stärken vor allem im neuen, technischen Teil der Strecke ausspielen konnte. Für einen Rheintaler Doppelsieg war Thomas Schmid mit seinem wohl stärksten Karriererennen und dem besten Ergebnis im BMC-Cup besorgt. Der Softwareingenieur, der nach Abschluss seines Studiums mehr Zeit ins Training investierte, spürte seine gute Form: «Vor allem in den Aufstiegen konnte ich gut mithalten. In den Abfahrten musste ich meinen ehemaligen Teamkollegen aber jeweils wieder ziehen lassen.»

Mit Noah Blöchlinger (bischibikes) schaffte es ein weiterer Rheintaler in die Top Ten (7.). Bei den Junioren fuhr der Kriessner Robin Spiess (Pink Gili) auf den guten 10. Rang, Teamkollege Steven Dürr fuhr auf Platz 29.

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