Jetzt ist langer Atem gefragt

Kommentar

Elisabeth Reisp
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Selbst liberale Gemüter gebaren sich oft wie hilflose Käfer auf dem Rücken, wenn es darum geht, die Innenstadt attraktiver zu machen. Das hat sich an den Foren zur Belebung der Innenstadt wiederholt gezeigt. Nicht nur einmal hiess es «die Stadt sollte endlich…» oder «die Stadt muss…». Stadtrat und Standortförderung haben mit dem partizipativen Verfahren bereits viel geleistet. Sie haben die Interessengruppen an einen Tisch geholt. Die Probleme wurden zur Sprache gebracht, und es wird nach Massnahmen gesucht, um der Innenstadt mehr Attraktivität zu verleihen und somit mehr Zulauf zu generieren. Die letzte Aufgabe des Stadtrates wird nun sein, die Grundlagen zu schaffen, damit erarbeitete Massnahmen umgesetzt werden können.

Der Stadtrat kann aber nicht zaubern. Jetzt sind auch jene gefragt, die es besser wissen. Und zwar in erster Linie in den Arbeitsgruppen und später in den wiederkehrenden Foren. Sich einbringen, und zwar konstruktiv und produktiv, tut jetzt not. Es braucht einen langen Atem, um erste kleine Ergebnisse zu erzielen, und noch mehr Ausdauer, um in zwei bis drei Jahren erste Veränderungen messen zu können. Und um St. Gallen in 10 bis 20 Jahren zu einem pulsierenden Zentrum zu machen.

Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn öffentliche Hand und Private zusammenarbeiten. Das heisst: Die Stadt muss ihren unsäglichen Regulierungswahn therapieren und dem Gewerbe unnötige Steine aus dem Weg räumen. Im Gegenzug müssen Unternehmer, Gastronomen, Detaillisten und Anwohner dafür aktiver, ideenreicher aber vor allem nachsichtiger und grosszügiger gegenüber den verschiedenen Bedürfnissen der anderen Anspruchsgruppen werden.

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp@tagblatt.ch