Jetzt ist Ausserrhoden an der Reihe

Was haben wir mitgefiebert vor rund einem Jahr, uns vor Vorfreude kaum mehr einrenken können: St.

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Was haben wir mitgefiebert vor rund einem Jahr, uns vor Vorfreude kaum mehr einrenken können: St. Gallen als Gastkanton am Zürcher Sechseläuten! Wow, was für eine Ehre, und das schon zum zweiten Mal, obwohl es die Ausserrhödler beispielsweise noch gar nie zum heiteren Böög-Verbrennen an die Limmat geschafft haben.

«Züri ineh», so lautete am 15. April das kecke Motto der hiesigen Hobby-Kolonialisten. Mit einem Trojanischen Rössli wurden die Zürcher bei besten äusseren Bedingungen eingenommen und mit Tonnen von (Gossauer) Bratwürsten und Kägifret abgespeist. «Sensationell» sei's gewesen, klopfte sich der OK-Präsident nach geschlagener Sechseläuten-Schlacht gleich selber auf die Schulter. Der Sprecher der Zürcher Zünfte konnte sich immerhin zur Note «sehr gut» durchringen. Man wollte künftige Gastkantone offenbar nicht unnötig verschrecken.

Was nun aber doch nicht ganz gelungen ist. Die Luzerner, so wurde vergangene Woche bekannt, haben ihre Teilnahme als Sechseläuten-Gastkanton für 2015 abgesagt. Auch ihnen wäre die Ehre zum zweiten Mal zuteil geworden. Allein, es fehlt plötzlich das Geld. Das tat es vor Jahresfrist zwar auch den St. Gallern. Soeben hatte der Kanton nämlich ein drittes Massnahmenpaket geschnürt, wo auch kleinste Beiträge namentlich im Kulturbereich gekappt wurden. Beim Sechseläuten, das mit einer halben Million Franken zu Buche schlug, sollte jedoch nicht gespart werden. – Recht so. Ein Volk verdient schliesslich seine Spiele. Den Luzernern reicht inzwischen die Fasnacht.

Die Zürcher wiederum suchen nun verzweifelt nach einem Ersatzkanton für nächstes Jahr. Was nicht ganz einfach sein dürfte. Mit zwei Jahren Vorlaufzeit sei zu rechnen, bis sich so ein Kanton auf ein Festkonzept einigen könne, heisst es besorgt seitens der Zünfter.

Die Chance für Appenzell Ausserrhoden also. Ein, wenn zurzeit auch arg gebeutelter Halbkanton schafft das spielend in einem Jahr, Sparpakete gelten in der Ostschweiz nicht als Ausrede! Sollen doch die Steuerflüchtlinge aus der Stadt noch einen Batzen beisteuern. (gel)

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