«Jeder Schuss eine Verschlechterung»

ST.GALLEN. Eine Gaiserwalder SP-Kantonsrätin kritisiert gegenüber der Regierung den geplanten Ausbau des militärischen Schiessplatzes im Breitfeld. Sie fordert den Kanton auf, sich aktiv für bessere Lärmschutzmassnahmen einzusetzen.

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Gefechtsschiessen im Breitfeld sind für die Nachbarschaft lärmintensiv. (Archivbild: Ralph Ribi)

Gefechtsschiessen im Breitfeld sind für die Nachbarschaft lärmintensiv. (Archivbild: Ralph Ribi)

SP-Kantonsrätin Anita Blöchliger Moritzi hat bei der Regierung eine Einfache Anfrage zum militärischen Schiessplatz Breitfeld deponiert. Der Grund: Anfang März habe das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitgeteilt, dass alle Einsprachen gegen den geplanten Ausbau der Anlage abgewiesen worden seien, schreibt Blöchliger Moritzi. Dies, obwohl das Hauptanliegen der Einsprecher – die Reduzierung des Schiesslärms – nicht berücksichtigt worden sei.

Lärmgrenzwerte überschritten

Blöchliger Moritzi kritisiert weiter, dass sie bereits 2008 von der Regierung vertröstet worden sei, man prüfe Lärmschutzmassnahmen. «Dies ist nachweislich laut Empa-Gutachten nicht geschehen.» Das Gutachten halte fest, dass in der Umgebung des Schiessplatzes weiterhin Lärmgrenzwerte überschritten werden.

Für die SP-Kantonsrätin ist klar, dass mit dem geplanten Bauprojekt die Schusszahl erhöht wird, und damit die Lärmbelastung steigt. Unter anderem möchte das VBS die Schiessanlagen modernisieren und eine neue Handgranaten-Wurfanlage bauen. «Solange keine lärmsanierenden Massnahmen getroffen werden, ist jeder zusätzliche Schuss eine Verschlechterung der aktuellen Situation», schreibt Blöchliger Moritzi. Das VBS räume ein, dass das Breitfeld in Sachen Lärmschutz saniert werden müsse. «Wann dies geschehen soll, bleibt offen», kritisiert die SP-Kantonsrätin.

Regierung soll intervenieren

In der Einfachen Anfrage wird die Regierung aufgefordert, bis Anfang April beim Bundesverwaltungsgericht zu intervenieren, «damit vor jeglichem Ausbau Lärmschutzmassnahmen durchgeführt werden». Ausserdem will Blöchliger Moritzi wissen, was die Regierung tun wird, um den Anliegen der Bevölkerung rund ums Breitfeld beim Lärmschutz Beachtung zu verschaffen.

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